[…] the more I look into estrogens, and in particular, environmental extrogens or xenoestrogens, the more apprehensive I get. Hell, I’ll be surprised if by the end of this decade we don’t all have sperm counts that rival the eunuchs that guard a harem.

Cy Willson

Während du diesen Artikel liest, tue mir einen Gefallen: Verfall nicht in Panik. Denn beim Thema “Xenoöstrogene” und “Xenoöstrogene senken” fällt es leicht paranoid zu werden.

Der Name lässt erstmal eine intergalaktische Alien-Infektion vermuten, aber dahinter verbirgt sich etwas sehr Irdisches: Xenoöstrogene gehören zu den sogenannten Umweltgiften, sind aber nichts anderes als Chemikalien mit östrogenähnlicher Wirkung.

Und sie verstecken sich überall. Das ist nicht im übertragenden Sinn gemeint, sondern wortwörtlich. Sie werden bei der industriellen Herstellung von zahlreichen Produkten eingesetzt. Dazu später mehr.

Xenoöstrogene steigern den Östrogenspiegel und unterdrücken die Testosteronproduktion. Sie lösen bei Männern eine “Feminisierung” aus, reduzieren die Spermienqualität und begünstigen die Entwicklung von Männerbrüsten. Ihr negativer Einfluss beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Herren der Schöpfung. Bei Frauen stehen sie in Verbindung mit vorgezogener Pubertät und Brustkrebs. Außerdem werden sie mit verschiedensten Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht. (Mehr)

In diesem Artikel zeige ich dir die besten (und günstigsten) Strategien, wie du Xenoöstrogene vermeiden kannst.

Und mit der richtigen Herangehensweise, ist das erstaunlich einfach.

Denn im Prinzip braucht es dafür nur diese 3 Schritte:

Kurzer Disclaimer: Am Ende des Artikel empfehle ich eine ganze Reihe alternativer Produkte. Für jeden Kauf bekomme ich eine Provision. Das macht sie aber für dich nicht teuer und hat keinen Einfluss auf meine Empfehlung. Ich verlinke diese Produkte nur, weil sie günstig und effektiv ihren Zweck erfüllen. Wenn du skeptisch bist, dann lies dir die Bewertungen und Studien dazu durch und sag gerne bescheid, wenn du über ein Produkt stolperst, das noch besser ist, als das, welches ich empfehle.

Genug Gerede, los geht’s!

Xenoöstrogene und Testosteron

Du weißt mittlerweile, dass der Zustand der Männer in der westlichen Welt schlecht aussieht: Eine Metaanalyse, die 7500 Studien umfasste, ergab, dass sich die Spermienzahl von Männern aus westlichen Ländern in den letzten 40 Jahren halbiert hat. Zurzeit sinkt sie um 1,4% jedes Jahr. Auch die Testosteronwerte fallen jährlich. Ein 30-jähriger in den 60er-Jahren hatte noch deutlich höhere Testosteronwerte, als ein 30-jähriger Mann heute.

Mittlerweile leidet jeder 4. Mann über 30 unter einem Testosteronmangel. (Mehr dazu)

Gleichzeitig sehen wir einen Anstieg der Männer mit Übergewicht, Herzkreislauferkrankungen und Depressionen. Kein Zufall, wenn man bedenkt, dass niedriges Testosteron ein gemeinsamer Risikofaktor dieser Probleme ist.

Der Trend ist also eindeutig: Abwärts.

Über die Ursachen für die Entwicklung wird viel spekuliert. In dem Zusammenhang wurde auch das Soyboy-Meme geboren. Denn Soja enthält pflanzliches Östrogen, das im Verdacht steht eine feminisierende Wirkung zu haben und so diese negative Entwicklung zu begünstigen.

Aber Soja ist bei weitem nicht das einzige und auch nicht das größte Problem.

Über Xenoöstrogene und endokrine Disruptoren wird selten gesprochen, auch wenn sie deutlich stärker in das hormonelle System eingreifen als Soja. (Zugegebenermaßen klingt Xenoöstrogen-Boy auch weniger einprägsam als Soyboy. Falls dir was Knackiges einfällt, um das Thema zu verbreiten, sag bescheid.)

Die berüchtigsten (und gefährlichsten) Xenoöstrogene sind diese:

Ich hoffe, damit ist das Thema schon etwas greifbarer für dich. Aber lass uns noch einsteigen und einen Blick hinter die Kulissen werfen:

Studien zu Xenoöstrogenen

a) In dieser Studie wurden Männer untersucht, die in Chemiewerken arbeiten, in denen BPA hergestellt wird. Sie hatten signifikant niedrigere Testosteronwerte als Männer, die in einem Wasserkraftwerk beschäftigt waren. Insbesondere das freie Testosteron, war bei ihnen reduziert.

b) Eine Studie mit 568 Mädchen in Saudi Arabien ergab, dass die Nutzung von Plastikflaschen und Kinderspielzeug aus Plastik mit vorgezogener Pubertät korrelierte.

c) Auch Jungen sind betroffen. In dieser Studie wurden die Mütter von 196 Jungen während der Schwangerschaft auf ihre Phtalate-Werte untersucht. 21 Monate nach der Geburt wurden die Testosteronwerte (indirekt) bestimmt, um zu prüfen, ob Phtalate sich in der Schwangerschaft auf das Kind auswirken. Das Ergebnis war eindeutig: Je höher die Phtalate-Werte der Mutter, desto niedriger die Testosteronwerte ihres Jungen.

d) BPA senkt nicht nur Testosteron und kann erektile Dysfunktion auslösen, sondern unterdrückt auch das Enzym 5-alpha Reduktase. Das wandelt Testosteron in seine deutlich potentere Form Dihydrotestsoteron um. (Studie, Studie) Bei Frauen kann es Brustkrebs begünstigen, denn es hat den Anschein, als sei BPA in der Lage, gesunde Zellen in Krebszellen umzuwandeln. Außerdem behindert es die Gene, die für die Krebsbekämpfung zuständig sind. (Mehr dazu)

e) Als Forscher Wasser aus Plastikflaschen von 18 verschiedenen Marken untersuchten, stellten sie bei 11 eine “östrogene Aktivität” fest. (Studie)

f) Und es wird noch heftiger. In einer Studie wurden 445 übliche Haushaltsprodukte aus Plastik auf “östrogene Aktivität” untersucht. Bei 70% konnte diese nachgewiesen werden. Darunter auch Produkte, die als “BPA-frei” verkauft wurden. Wenn die Produkte normalen Bedingungen ausgesetzt wurden, das bedeutet in der Mikrowelle erhitzt, oder in der Spülmaschine gewaschen, stieg der Anteil derjenigen mit östrogener Wirkung auf 95% an.

g) Xenoöstrogene haben eine sehr lange “Halbwertszeit”. Bei vielen dauert es 25-100 Jahre, bis sie abgebaut sind. Dadurch bleibt ihre Wirkung über einen längeren Zeitraum aktiv. Außerdem können Chemikalien über vielerlei Wege in unseren Körper eindringen: Durch die direkte Einnahme, das Einatmen, oder sogar über die Haut.

Nochmal: Es ist so gut wie möglich diese Chemikalien vollständig zu vermeiden. Wenn du die gröbsten Fehler abstellst und Schritt für Schritt neue Produkte oder Gewohnheiten in deinem Alltag integrierst, dann bist du auf dem richtigen Weg. Kein Grund daran zu verzweifeln.

Kommen wir also endlich zur entscheidenden Frage:

Wie kannst du Xenoöstrogene vermeiden?

Wie schon angekündigt, braucht es dafür einige neue Gewohnheiten und Produkte.

Hier die (nicht-erschöpfende )Liste. Ich weiß, dass ist viel auf einmal, aber ich rate dir trotzdem so viel wie möglich umzusetzen. Falls es dir nicht möglich ist, dann halte dich zumindest an die kritischen Punkte, die ich hervorgehoben habe.

Nahrungsmittel:

Plastik:

Pfelgeprodukte und Kosmetik:

Sonstiges:

Ich weiß, das sieht jetzt erstmal sehr überwältigend für dich aus. Starte mit den Basics: Ersetze deine Kaffeemaschine, deinen Wasserkocher und alltägliche Pflegeprodukte wie Deo, Shampoo und Duschgel. Schmeiße Plastikdosen und Plastikflaschen weg und vor allem: Erhitze keine Lebensmittel in Plastik. Benutze stattdessen Behälter und Flaschen aus Metall.

Mit diesen Schritten reduzierst du schon den Großteil der Xenoöstrogenbelastung und du kommst günstig davon.

Anschließend kannst du Stück für Stück das “Finetuning” durchführen. Speicher dir diesen Artikel und schau immer mal wieder rein, um kleinere Umstellungen vorzunehmen.

Selbst, wenn dir nur kleine Änderungen möglich sind, ist das immer noch mehr als gar nichts zu tun.

Fazit

Mit dem “modernen Lifestyle” haben wir neben den unendlichen Vorteilen auch einige Fallen in unseren Alltag aufgenommen, die es früher nicht gab. Darunter auch Xenoöstrogene. Sie verstecken sich überall und es wird so langsam erst deutlich, wie sehr sie uns schaden.

Insbesondere die männliche Gesundheit leidet unter diesen Chemikalien und es ist kein Zufall, dass die Testosteronwerte in den letzten Jahren zusammen mit der Spermienzahl rapide fallen, während der Kontakt zu Xenoöstrogenen immer weiter zunimmt.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn mit deinen Freunden, um auch sie auf das Problem aufmerksam zu machen. Erst wenn mehr Menschen über das Thema bescheid wissen und andere Konsumentscheidungen treffen, werden auch Unternehmen ihre Prozesse und Produkte verändern.

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