Prolaktin ist ein Hormon, das vor allem bei Frauen vorkommt. In der Schwangerschaft regt es das Wachstum der Brustdrüse an und führt zur Milchproduktion.[1] Bei Männern sind die Auswirkungen eines erhöhten Prolaktinspiegels weniger wünschenswert. Studien haben herausgefunden, dass viel Prolaktin bei Männern zu Männerbrüsten[2], unterdrückter Libido und einer verringerten Testosteronproduktion führt.[3]

Diese Symptome können viele Ursachen haben und Ärzte haben in den meisten Fällen nicht die Muße oder Werkzeuge ihnen im Detail auf den Grund zu gehen. Prolaktin kann einer dieser verborgenen Unruhestifter sein, der nur selten erkannt wird. Wenn du an den oben genannten Symptomen leidest und sich dazu noch erektile Dysfunktion, nachlassende Konzentrationsfähigkeit und beginnende Depressionen gesellen, dann ist es ratsam deinen Prolaktinwert von einem Arzt bestimmen zu lassen.

Prolaktin steht zu dem Glückshormon Dopamin in einer Ying und Yang Beziehung. Wenn Prolaktin steigt, dann sinkt sehr wahrscheinlich Dopamin und das ist nicht nur für die Intimität ein Problem, sondern auch für alle anderen Bereiche im Leben. Dopaminmangel sorgt für eine verringerte Testosteronproduktion, Konzentrationsstörungen, Motivationsverlust und Depressionen.[4]

Wie kommt ein zu hoher Prolaktinspiegel zustande?

Die Folgen eines erhöhten Prolaktinspiegels erleben wir alle nach einem Orgasmus. Die Werte schießen kurz nach dem Höhepunkt nach oben, um dem Dopamin-Rausch entgegen zu wirken, der währenddessen entsteht.[5] So entsteht das Gefühl der „sexuellen Sättigung“ und Müdigkeit.

Das ist eine Ursache, die von Mutter Natur einen vorgesehenen Zweck erfüllt. Es gibt aber auch einige Ursachen, die besser vermieden werden sollten, um einen unnatürlich hohen Prolaktinspiegel zu vermeiden.

Zinkmangel

Eine davon ist Zinkmangel. Wenn dieses Mineral nicht ausreichend vorhanden ist, dann sorgt das nicht nur für einen Testosteronmangel, sondern auch die Prolaktinwerte schießen nach oben. 50mg konnten in einer Studie den Prolaktinspiegel halbieren.[6] Wenn du dich dafür entscheidest Zink als Ergänzungsmittel zu dir zu nehmen, dann rate ich dir zu einem qualitativ hochwertigen Produkt, das aus Zink picolinat besteht. In dieser Form kann der Körper es am besten aufnehmen. Das Produkt kann ich empfehlen. Die 50mg sind außerdem sehr hochgegriffen. Fange besser mit geringeren Dosen (15-25mg) an und halte Rücksprache mit deinem Arzt, falls du über längere Zeit mehr als 25mg täglich zu dir nehmen möchtest.

Gluten

Eine weitere Ursache ist Gluten. Dieses Protein, das in den meisten Getreidesorten vorkommt, spaltet momentan die Geister. Die einen machen es zur Wurzel allen Übels, die anderen essen schon aus Protest mehr Brot und Pasta, da sie den Negativ-Hype für übertrieben halten. Man kann zu der Debatte stehen wie man will, aber eine Studie hat gezeigt, dass Gluten den Prolaktinspiegel steigert.[7] Für mich Grund genug, auf glutenhaltiges Getreide zu verzichten, wo es möglich ist.

Andere Ursachen

Andere Ursachen für erhöhtes Prolaktin sind bestimmte Medikamente, Stress und Erkrankungen der Nieren.

Wenn die Prolaktinwerte dauerhaft stark erhöht sind, dann ist das meist die Folge eines Prolaktinoms. Das ist ein gutartiger Tumor, der vermehrt Prolaktin ausschüttet. Dieser kann in den meisten Fällen mit Medikamenten behandelt werden.

Den Prolaktinspiegel auf natürliche Weise senken

Es gibt eine ganze Reihe von Nähr- und Wirkstoffen, die sehr effektiv einem hohen Prolaktinwert entgegenwirken. Sie sind alle in natürlichen Produkten zu finden, aber manche lassen sich dennoch nicht durch eine „normale“, westliche Ernährungsweise decken. Eine Ergänzung kann also sinnvoll sein. Zink haben wir schon angesprochen, bevor wir die anderen durchgehen, schauen wir uns erstmal an, welche Möglichkeiten es sonst noch gibt.

Tief schlafen

Er wird oft vernachlässigt, aber Tiefschlaf ist wohl einer der wichtigsten Faktoren, wenn es um die Herstellung eines hormonellen Gleichgewichts geht. Der Testosteronspiegel wird gesteigert, genauso wie Dopamin und das Wachstumshormon. Und andersrum werden der Östrogenspiegel und Prolaktin gesenkt.[8]

Weniger Masturbation

Im Zeitalter von Pornos warten sämtliche nur vorstellbaren Verlockungen hinter wenigen Mausklicks. Doch wie wir gerade gelernt haben steigt der Prolaktinspiegel nach jedem Orgasmus stark an. Das ist kein Problem bei Sex mit einer realen Person oder bei gelegentlicher Selbstunterhaltung, aber wer mehrmals am Tag Hand anlegt, der sorgt dafür, dass Prolaktin konstant erhöht ist.

Dopamin steigern

Wie schon angesprochen wirken Prolaktin und Dopamin gegeneinander. Wenn du dein Dopamin steigerst, dann wird das den Prolaktinspiegel senken. Es gibt Nahrungsergänzungen, die dabei helfen, aber auch Sport und Schlaf spielen entscheidende Rollen. Hier erfährst du mehr.

Supplements

  1. Vitamin E: Es verbessert die Spermien- und Testosteronproduktion und ist außerdem noch ein sehr starkes Antioxidans, das freie Radikale bekämpft und so vor Krankheiten und schneller Alterung schützt. In einer Studie wurde außerdem herausgefunden, dass 300mg Vitamin E über 8 Wochen den Prolaktinspiegel um 69% verringern konnte. Wenn du dir Vitamin E kaufst, dann achte darauf, dass es sich um gemischte Tocopherole handelt. Kaufe dir niemals ein synthetisches Vitamin E, denn dieses wird aus Petrochemikalien hergestellt, oder ein Vitamin E, das aus Soja hergestellt wird. Besser ist ein Vitamin E wie dieses.
  2. Macuna Pruriens: Das ist wohl das beliebteste, natürliche Supplement, um den Prolaktinspiegel zu senken und gleichzeitig sowohl Dopamin, als auch Testosteron hochzuschrauben. In dieser Studie konnte der Prolaktinwert mit Hilfe von Macuna um 33% gesenkt werde. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Juckbohne randvoll ist mit L-Dopa. Das ist wiederum der Baustein, aus dem der Körper Dopamin herstellt.
  3. Ashwagandha: Die Namen werden immer komplizierter, aber auch bei diesem Produkt handelt es sich um eine natürliches Gewächs, das vor allem der ayurvedischen Medizin bekannt ist. Ashwagandha ist eigentlich als Adaptogen bekannt, was heißt, dass es gegen Stress hilft. Aber es kann noch deutlich mehr. So hat eine Studie herausgefunden, dass 5g täglich über 3 Monate den Testosteronspiegel um 40% steigern konnten.[9] Prolaktin konnte um satte 15% vermindert werden.
  4. Auf einigen Seiten wird zu einer Megadosis von 300mg Vitamin B6 geraten. Eine Studie hat gezeigt, dass diese Methode Prolaktin sehr stark reduziert, während gleichzeitig das Wachstumshormon angekurbelt wird.[10] Sie ist allerdings mit sehr großer Vorsicht zu genießen und ich persönlich rate davon ab. Denn das kann bei falscher Anwendung zu Nervenschäden führen und die Form des Vitamins spielt auch eine wichtige Rolle.

Sei auch mit Medikamenten vorsichtig, die dazu dienen Prolaktin zu senken. Sie gehen in vielen Fällen Hand in Hand mit einer ganzen Reihe an Nebenwirkungen. Unter anderem deswegen, weil sie Prolaktin auf ein unnatürlich niedriges Niveau drücken, besonders wenn es schon im Vorhinein relativ ausgeglichen war.

Und wie bei allen Themen ist die Welt auch bei Prolaktin nicht schwarz-weiß. Auch wenn wir uns jetzt ausführlich angeschaut haben, wie du das Hormon senken kannst, wird dennoch eine gewisse Menge benötigt und auch ein zu niedriger Prolaktinspiegel ist schädlich.[11]

Fazit

Mit den Tipps zur natürlichen Senkung läufst du nicht Gefahr deine Werte so sehr zu senken, dass es dazu kommt. Damit korrigierst du lediglich unnatürlich hohe Prolaktinwerte, verbesserst dein Testosteron und stärkst deine Gesundheit im Allgemeinen. Und schlussendlich ist der letzte Punkt derjenige, von dem eine optimale Hormonbalance abhängt.

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Danke fürs Lesen!

 

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Prolaktin

[2] Johnson, Ruth E.; Murad, M. Hassan (2009): Gynecomastia. Pathophysiology, Evaluation, and Management. In: Mayo Clinic Proceedings 84 (11), S. 1010–1015. DOI: 10.1016/S0025-6196(11)60671-X.

[3] Zeitlin, Scott I.; Rajfer, Jacob (2000): Hyperprolactinemia and Erectile Dysfunction. In: Reviews in Urology 2 (1), S. 39–42.

[4] https://www.netdoktor.de/laborwerte/dopamin/dopaminmangel/

[5] Biol Psychol, 2006 Mar, 71(3):312-5. Epub 2005 Aug 10, „The post-orgasmic prolactin increase following intercourse is greater than following masturbation and suggests greater satiety“

[6] Brandão Néto, J.; Mendonça, B. B. de; Shuhama, T.; Marchini, J. S.; Madureira, G.; Pimenta, W. P.; Tornero, M. T. (1989): Zinc: an inhibitor of prolactin (PRL) secretion in humans. In: Hormone and metabolic research = Hormon- und Stoffwechselforschung = Hormones et metabolisme 21 (4), S. 203–206.

[7] Delvecchio, Maurizio; Faienza, Maria Felicia; Lonero, Antonella; Rutigliano, Vincenzo; Francavilla, Ruggiero; Cavallo, Luciano (2014): Prolactin may be increased in newly diagnosed celiac children and adolescents and decreases after 6 months of gluten-free diet. In: Hormone research in paediatrics 81 (5), S. 309–313. DOI: 10.1159/000357064.

[8] Macrea, Madalina Minciu; Martin, Thomas J.; Zagrean, Leon (2010): Infertility and obstructive sleep apnea: the effect of continuous positive airway pressure therapy on serum prolactin levels. In: Sleep & breathing = Schlaf & Atmung 14 (3), S. 253–257. DOI: 10.1007/s11325-010-0373-0.

[9] Mahdi, Abbas Ali; Shukla, Kamla Kant; Ahmad, Mohammad Kaleem; Rajender, Singh; Shankhwar, Satya Narain; Singh, Vishwajeet; Dalela, Deepansh (2009): Withania somnifera Improves Semen Quality in Stress-Related Male Fertility. In: Evidence-based complementary and alternative medicine : eCAM. DOI: 10.1093/ecam/nep138.

[10] Delitala, G.; Masala, A.; Alagna, S.; Devilla, L. (1976): Effect of pyridoxine on human hypophyseal trophic hormone release: a possible stimulation of hypothalamic dopaminergic pathway. In: The Journal of clinical endocrinology and metabolism 42 (3), S. 603–606. DOI: 10.1210/jcem-42-3-603.

[11] https://www.livescience.com/41322-low-prolactin-men-sexual-impairment.html

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