Deadlines.

Mord und Totschlag im Fernsehen.

Unsicherheit.

Geldsorgen.

Besuch von den Schwiegerleltern.

Was geht in dir vor, wenn du diese Worte liest?

… Stress!

In diesem Artikel geht es um den leisen Killer des 21. Jahrhunderts und sein Stresshormon Cortisol.

Ich habe schon viel über Stress und Cortisol geschrieben und es wird Zeit mit einigen Missverständnissen aufzuräumen. Denn auch wenn Stress heutzutage ein großes Problem ist, ist nicht alles an ihm schlecht.

Die Verteufelung von Stress

Ich habe meinen Teil dazu beigetragen den Ruf von Stress zu ruinieren.

Denn es stimmt: Das Stresshormon Cortisol senkt Testosteron. Und das auf zweifache Weise.

Zum einen wird Cortisol aus den gleichen Rohstoffen wie Testosteron hergestellt. Wenn Cortisol in großen Mengen produziert werden muss, dann fehlen die Bausteine für die T-Herstellung.

Zum anderen zerstört überschüssiges Cortisol das frisch produzierte Testosteron noch bevor es die Hoden in Richtung Blutkreislauf verlassen kann. (Mehr dazu)

Und wir müssen nicht beim Thema Testosteron bleiben, um Indizien dafür zu finden, dass zu viel Stress ungesund ist.

Chronisch erhöhte Cortisolwerte stehen in Verbindung mit

  • Erschöpfung
  • Reizbarkeit
  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Depressionen
  • Gewichtszunahme
  • Hoher Blutdruck
  • Erektile Dysfunktion
  • Schlechter Schlaf (Mehr dazu)

Aber die Betonung liegt auf CHRONISCHEM Stress.

Denn kurzfristiger Stress, sogenannter Eustress ist nicht zwangsläufig schädlich.

Was ist Stress?

Erstmal ist es wichtig zu verstehen, was Stress überhaupt ist.

„Von einem physiologischen Standpunkt, ist Stress schlicht und ergreifend die Reaktion deines Körpers auf bestimmte Ereignisse, bei denen er das Gefühl hat, er braucht mehr Kraft, Durchhaltevermögen und Wachsamkeit, um zu überleben.“ – Brett McKay

JEDE Herausforderung löst eine Stressreaktion in deinem Körper aus.

Stresshormone werden ausgeschüttet und dadurch beschleunigt sich dein Herzschlag, dein Blutdruck erhöht sich, du atmest schneller, deine Leber setzt Glukose frei, um deinem Körper schnelle Energie zur Verfügung zu stellen.

Das sind alles Faktoren, die dafür sorgen, dass deine Wahrnehmung geschärft ist und dass dein Körper startklar ist, um zu kämpfen oder zu flüchten.

Und das gilt nicht nur für den unwahrscheinlichen Angriff eines Säbelzahntigers.

Diese Reaktion wird auch ausgelöst bevor du eine Klausur schreibst, ein Job Interview hast, dich mit einer Frau triffst, oder eine Achterbahn besteigst.

Kurz: Immer wenn es „drauf ankommt“.

Dieser kurzfristige Stress erlaubt uns, optimal mit Herausforderungen umzugehen. Er macht uns wach und aufmerksam.

Je wichtiger etwas für dich ist, desto stärker ist die Stressreaktion.

Das eigene Leben steht auf der Prioritätenliste ganz oben, deshalb ist die Stressreaktion am stärksten, wenn wir das Gefühl haben, unsere Existenz ist bedroht.

Warum Stress gut für dich ist

Betrachte Stress deshalb nicht grundsätzlich als etwas Schlechtes.

Dadurch werden der Nervenkitzel und die positive Nervosität möglich, die einen Erfolg erst so richtig bedeutungsvoll und erleichternd macht.

Deshalb wird diese Form des Stresses auch gerne als Eustress, oder „guten Stress“ bezeichnet.

Es ist die Art von Stress, die dich Herausforderungen meistern lässt.

Und es ist diese Art von Stress, die dich als Mensch erst wachsen lässt.

Alle reden von der Komfortzone: „Du musst deine Komfortzone verlassen, um ein besserer Mensch zu werden.“ „Dein Leben beginnt dort, wo die Komfortzone endet.“

Und auch wenn das alles richtig ist, sagt dir niemand, was das wirklich bedeutet. Es bedeutet dich STRESS auszusetzen. Es bedeutet dich herauszufordern.

Nur dadurch kannst du wachsen.

Erst wenn Stress chronisch wird, ist er ein Problem. Die Stressreaktion ist für kurze Kampf-oder-Flucht-Situationen „entwickelt“ worden. Nicht für eine Dauer von 5 Monaten durch einen anstrengenden Arbeitsplatz.

Wir haben ein verdrehtes Verhältnis zu Stress entwickelt

Leider haben wir heutzutage eine sehr kontraproduktive Beziehung zu Stress entwickelt.

Wir kultivieren wenig „guten“ Stress, der uns zum Wachsen zwingt und stehen stattdessen unter chronischem Stress, der uns aufzehrt.

  • Es setzt dich unter Stress, wenn du Kalt duschst. Aber es ist ein kurzfristiger Stress, der deinen Körper und Geist wachsen lässt.
  • Es stresst den Körper, wenn du trainierst, aber nur dadurch werden deine Muskeln größer.
  • Es stresst intermittierend zu fasten, aber so kann sich dein Körper heilen.

Dagegen kann sich dein Körper nicht anpassen, wenn du seit 6 Monaten durch deine Arbeit gestresst bist, aber keinen Ausweg siehst. Er wird durch die Stressreaktion aufgezehrt.

Auch jeden Tag Nachrichten zu schauen sorgt für negativen Stress, weil wir nichts machen können. Es findet kein Wachstum statt, trotzdem wird eine Stressreaktion hervorgerufen.

Kultiviere den richtigen Stress in deinem Leben

Versuche nicht jede Art von Stress zu vermeiden.

Stress ist eine wichtige Erfindung der Natur.

Aber nutze ihn wofür er gemacht ist: Kurzfristige Herausforderungen, die dich wachsen lassen.

Senke chronischen Stress, indem du Nachrichten vermeidest, dir Zeit für Entspannung gibst, anfängst zu meditieren und gegebenenfalls mit einem Adaptogen supplementierst.

Mehr Strategien für chronischen Stress findest du hier.

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