stoffwechsel und testosteron

Wenn von Stoffwechsel die Rede ist, dann denken die meisten zuerst an Abnehmen, eine ominöse Stoffwechselrate und „irgendwas mit Kalorien“.

Aber der Stoffwechsel ist noch viel mehr.

Er lässt sich beschreiben, als die Summe aller physiologischen Ereignisse, die im Körper stattfinden, um Essen, Wasser, Luft, Mineralien, Vitamine und mehr in das umzuwandeln, was wir landläufig als „Leben“ kennen.

Das „Headquarter“ des Stoffwechsels ist die Schilddrüse. Über die Schilddrüsenhormone regelt sie die Stoffwechselaktivität.

Der Stoffwechsel ist nicht nur wichtig. Er ist alles. Er ist das Leben selbst.

Natürlich haben die „Abnehmblogger“ recht, die deinen Stoffwechsel „ankurbeln“ möchten, damit du mehr Kalorien verbrennst: Der Stoffwechsel hat auch mit Kalorien und Abnehmen zu tun.

Kalorien sind Energie und die Rate, zu der dein Körper Energie verbraucht, ist dein Stoffwechsel.

Aber sich nur auf diesen Aspekt zu beschränken, ist zu kurz gedacht.

Eine bessere Sichtweise auf den Stoffwechsel ist diese: Die wahre Essenz des Stoffwechsels ist die Rate der Energie, die von jeder einzelnen Zelle produziert wird. Und ein „hoher“ Stoffwechsel zeigt sich durch diese Merkmale:

  • Hohe Körpertemperatur. Idealerweise 37°C.
  • Moderater bis hoher Ruhepuls
  • Reichlich körperliche Energie

Um nur einige zu nennen.

Natürlich verbrennst du mit einem gesunden Stoffwechsel auch mehr Kalorien. Aber es geht um viel mehr als das.

Es geht um deine gesamte Lebensqualität.

Ein hoher Stoffwechsel ist alles, was wir mit jungen Menschen und Hundewelpen assoziieren: Sie sind gesund, schlank, niedlich, energiegeladen, schlafen tief und fest und haben eine rasante Wundheilung.

Und dann haben wir Greise auf der anderen Seite.
Die ultimative Verkörperung einer niedrigen Stoffwechselrate.
Kalt. Keine Energie. Hohes Risiko für Krankheiten. Sie schlafen kaum, wenn sie schlafen und sind kaum wach, wenn sie wach sind.

Auch die Testosteronproduktion ist eng mit dem Stoffwechsel verknüpft.

Glücklicherweise gibt es einige Methoden, um den Stoffwechsel zu verbessern.

In diesem Artikel schauen wir uns den Zusammenhang zwischen Testosteron und deinem Stoffwechsel an und wie du dieses Wissen einsetzen kannst, um beide zu verbessern.

Wie hängen Stoffwechsel und Testosteron zusammen?

Ein gesunder Stoffwechsel und eine starke T-Produktion gehen Hand in Hand.

Ohne einen guten Stoffwechsel kann dein Körper auch nicht effizient Testosteron herstellen.

Das hat folgenden einfachen Grund:

Cholesterin ist der Grundbaustein vieler Hormone. Darunter auch einem Vorläuferhormon von Testosteron: Das „Muttersteroid“ Pregnenolon.

Was regelt die Umwandlung von Cholesterin in Hormone?

Die Schilddrüse.

Wenn sie sehr aktiv ist und gesunde Mengen an Schilddrüsenhormonen produziert, dann wandelt der Körper das LDL Cholesterin (a.k.a. das „schlechte“ Cholesterin) mithilfe von Vitamin A in Pregnenolon um.

So verhindert ein gesunder Stoffwechsel gleichzeitig, dass sich überschüssiges Cholesterin im Blut ansammelt, denn es wird direkt weiterverarbeitet.

Bevor der Cholesterintest genutzt wurde, um das Risiko für Herzerkrankungen zu bestimmen, war er ein Test für Hypothyreose. Gemeinhin bekannt als Schilddrüsenunterfunktion.

Wenn der Stoffwechsel niedrig ist, dann steigen tendenziell auch die Cholesterinwerte im Blut. Besonders das Verhältnis von LDL zu HDL.

Das zeigt sich auch darin, dass Schilddrüsenhormone erwiesenermaßen den Cholesterinspiegel senken. (Quelle)

Zusammengefasst – So wird mithilfe des Stoffwechsels aus deinem Essen Testosteron:

  • Du isst
  • Deine Leber wandelt etwas davon in Cholesterin um
  • Cholesterin wird gebraucht, um mithilfe des Schilddrüsenhormons T3 das „Muttersteroid“ Pregnenolon herzustellen
  • Pregnenolon wiederum kann in DHEA und schlussendlich in Testosteron umgewandelt werden

Mit einem Satz zusammengefasst:

Je besser dein Stoffwechsel funktioniert, desto mehr Energie können deine Zellen produzieren, desto mehr T3 wird hergestellt, desto mehr Testosteron hast du.

Natürlich mit Common Sense.

Das bedeutet nicht, dass eine Schilddrüsenüberfunktion erstrebenswert ist und dass du dir Schilddrüsenhormone einwerfen solltest.

Was kannst du tun, um deinen Stoffwechsel anzukurbeln, gesunde Mengen T3 zu produzieren und so auch die Testosteronproduktion anzuregen?

Ausreichend Cholin für die Leber

Um Cholesterin herzustellen braucht die Leber Fett und einen Mikronährstoff mit dem Namen Cholin. Cholin ist ein Vitamin, ähnlich zu den B-Vitaminen.

Cholinmnagel ist eine häufige Ursache für die Fettleber.

Denn wenn kein Cholin vorhanden ist, kann die Leber das Fett nicht weiterverarbeiten und es sammelt sich an.

Cholin kann der Körper im Bedarfsfall auch selbst herstellen aus Aminosäuren. Allerdings nur, wenn du die benötigten Gene dafür hast, was nicht für jeden der Fall ist.

Deshalb sollte dein Fokus trotzdem darauf liegen, genug Cholin mit der Nahrung aufzunehmen.

Aus diesem Grund rate ich dir, regelmäßig Eier und Leber zu essen, die beide reich an Cholin sind. Falls du Vegetarier und Veganer bist, ist eine Nahrungsergänzung sinnvoll.

Nimm das Ergänzungsmittel zu einer fetthaltigen Mahlzeit ein, damit Cholin gut vom Körper aufgenommen werden kann.

Achte darauf, rund 500mg Cholin täglich aufzunehmen.

(Nebenbei verbessert es auch noch die kognitive Leistung. (Mehr dazu))

Vermeide mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Diese Arten von Fettsäuren haben eine instabile Struktur und oxidieren leicht im Körper. Das sorgt für die Freisetzung von freien Radikalen und schaden an den Mitochondrien.

Die Zellatmung und der Stoffwechsel insgesamt leiden.

Außerdem binden sich mehrfach ungesättigte Fettsäuren an die gleichen Proteinrezeptoren, die die Schilddrüsenhormone transportieren, was zu einer schlechteren Verwertung dieser wichtigen Signalgeber führt.

Vermeide aus diesem Grund Distelöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl, Margarine, die meisten Nüsse, sowie Fleisch und Fisch aus Massentierhaltung.

Nimm stattdessen mehr gesättigte Fettsäuren zu dir

Anders als mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind gesättigte Fettsäuren stabil.

Sie binden sich an die richtigen Proteine und können vom Körper effizient verwertet werden, ohne dass Schaden an den Mitochondrien verursacht wird.

Iss mit gutem Gewissen Butter, Kokosöl, Eier, rohe Bio-Milchprodukte und Fleisch von grasgeweideten Tieren.

Mehr zu den „richtigen“ und den „falschen“ Fetten erfährst du hier.

Der Stoffwechselexperte Dr. Ray Peat sagt über Kokosnussöl:

“When added to a balanced diet, coconut oil slightly lowers the cholesterol level, which is exactly what is expected when a dietary change raises thyroid function. This same increase in thyroid function and metabolic rate explains why people and animals that regularly eat coconut oil are lean, and remarkably free of heart disease and cancer.“

Vitamin A für die T-Synthese

Zusammen mit dem Schilddrüsenhormon T3, ist Vitamin A dafür verantwortlich, Cholesterin in das „Muttersteroidhormon“ Pregnenolon umzuwandeln.

Vitamin A ist aber nicht gleich Vitamin A.

Denn unter diesem Namen wird eine ganze Reihe an Stoffen zusammengefasst: Retinal, Retinol, Retinsäure, verschiedene Provitamine, wie Carotine.

Die ersten 3 sind aktivere Formen von Vitamin A und stehen dem Körper schneller zur Verfügung. Carotine müssen dagegen erst in die aktive Form umgewandelt werden.

Am besten du versorgst dich ausreichend mit beiden.

Lebensmittel, die die aktiven Formen von Vitamin A enthalten sind:

  • Eier
  • Leber
  • Käse
  • Butter

Carotine finden sich wenig überraschend in

  • Karotten
  • und Süßkartoffeln

Sowohl bei Menschen als auch bei Tieren, korreliert Vitamin A signifikant positiv mit Testosteron. (Quelle, Quelle)

Und das, wie wir gesehen haben, aus gutem Grund.

Aber auch hier gilt NICHT je mehr, desto besser.

Wenn du ausreichend mit Vitamin A versorgt bist, wird eine zusätzliche Zufuhr keinen Unterschied machen.

Zum guten Schluss

Eins ist mir noch wichtig: Jeder Mensch ist anders. Höre auf deinen Körper, wenn du diese Tipps umsetzt. Es braucht Zeit um den Körper auf zellularer Ebene zu heilen und den Stoffwechsel in Gang zu setzen.

Es gibt so viele Falschinformationen da draußen und es ist schwierig zu wissen, was man glauben soll. Hinterfrage alles was du lernst.

Forsche für dich selbst weiter, wenn dir ein Punkt besonders kontrovers erscheint, oder du das Gefühl hast, er tut dir nicht gut.

Finde für dich heraus, was funktioniert und was nicht, indem du deinen Stoffwechsel kontrollierst, mit den genannten Methoden: Miss deine Körpertemperatur nach dem Aufstehen, sowie deine Pulsrate.

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