Plastik Testosteron

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das ist gut, solange es sich um nützliche Gewohnheiten handelt.

Wenn es allerdings schlechte Gewohnheiten sind ist das fatal.

Viele Dinge in unserem Alltag sind komplett automatisch und wir machen sie ohne groß drüber nachzudenken.

Diese Artikelserie wird dir einige Gewohnheiten aufzeigen, die so gut wie jeder hat und die völlig alltäglich für uns sind, die aber deiner Testosteronproduktion schaden.

Gewohnheiten sind zwar oft schwierig zu durchbrechen, da sie eingeschliffene Muster sind, aber ich gebe dir einige Tricks mit an die Hand, mit deren Hilfe, du es trotzdem schaffen kannst.

Deine Gesundheit und dein „T“ werden es dir danken.

Fangen wir in diesem Artikel an mit Gewohnheit Nr.1:

Übermäßiger Gebrauch von Plastik

Plastik Testosteron

Plastik ist heutzutage überall und lässt sich im Alltag nicht mehr vermeiden. Fast alles ist in Plastik verpackt und auch die meisten Gebrauchsgegenstände werden aus Plastik gefertigt. Dass wir damit unserem Planeten enorm schaden ist mittlerweile bekannt, doch was hat das mit unseren Hormonen zu tun?

Plastik enthält unter anderem die folgenden Chemikalien:

Zum einen die sogenannten Phthalate, die besser bekannt sind als Weichmacher. Diese Chemikalie ist dafür zuständig, dass das Plastik weich und formbar wird. Aus diesem Grund sind sie in verschiedensten Arten von Plastikprodukten enthalten. Plastikflaschen, Einkaufstüten, Lebensmittelverpackungen, aber auch Kinderspielzeug. Hohe Phtalate-Werte im Urin korrelierten in einer Studie stark mit niedrigen Testosteronwerten.[1] Sie sind daher Weichmacher im wahrsten Sinne des Wortes…

Die zweite gefährliche Chemikalie ist BPA. Sie ist nicht nur in den „klassischen“ Plastikprodukten enthalten, sondern auch reichlich in Dingen, die man nicht unbedingt mit Plastik in Verbindung bringt. So enthält zum Beispiel das Thermopapier, auf dem Bons, Tickets usw. gedruckt werden bedenkliche Mengen BPA.[2] Nehme daher am besten keine Kassenbons an, die du nicht wirklich brauchst.

Immer häufiger liest man als Werbung auf bestimmten Produkten „hergestellt ohne BPA“, denn die schädliche Wirkung ist bekannt. In dieser Studie wurde herausgefunden, dass BPA die Ursache für erektile Dysfunktion sein kann.[3] Es senkt Testosteron und erhöht den Östrogenspiegel.[4]

Das haben die meisten Chemikalien, die bei der Plastikproduktion verwendet werden gemeinsam. Viele davon sind sogenannte Xenoöstrogene. Das sind künstliche, östrogenähnliche Substanzen, die im Körper den Effekt von „normalem“ Östrogen haben. Ihre Wirkung ist zwar für sich genommen geringer, aber da sie lange im Körper verbleiben und wir mit vielen Xenoöstrogenen in Kontakt kommen, sammelt sich genügend an, um zum Teil verheerende Wirkungen auf den Testosteronspiegel zu haben.

Was kann man da tun?

Plastik lässt sich nicht mehr komplett aus dem Alltag verbannen. Was du aber tun kannst, ist die schlimmsten Fehler zu vermeiden, die am stärksten dazu führen, dass die schädlichen Stoffe des Plastiks in deinen Körper gelangen:

  • Trinke kein Wasser aus Plastikflaschen, die in der Sonne standen.
  • Wärme niemals dein Essen in einer Plastikschale in der Mikrowelle.
  • Trinke so wenig Soft-Drinks wie möglich, die in Plastikfalschen abgefüllt wurden. Die darin enthaltene Säure sorgt ebenfalls dafür, dass sich reichlich schädliche Substanzen aus dem Plastik mit dem Getränk vermischen.
  • Wann immer es möglich ist, benutze Alltagsgegenstände aus Metall, Holz oder Keramik statt aus Plastik. Insbesondere gilt das für dein Kochbesteck.

Hier einige Beispiele:

  • Besonders für den Sport benutze eine Metallflasche. Das ist der letzte Ort, wo du deine Östrogenlevels steigern willst.
  • Benutze Kochutensilien aus Holz.
  • Benutze eine Zahnbürste aus Holz.
  • Bewahre dein Essen in Metallbehältern auf.
  • Und auch allgemein dankt es dir deine Umwelt, wenn du beispielsweise zum Einkaufen eine Stofftasche mitnimmst, statt dir Plastiktüten zu kaufen.

Fazit

Das war der erste Teil der Reihe über schlechte Gewohnheiten, die der Testosteronproduktion schaden.

Vieles ist so alltäglich geworden, dass wir nicht mehr darüber nachdenken, ob es gut für uns ist der nicht. Diese Reihe soll etwas deine Aufmerksamkeit dafür schärfen, wie du mit einigen kleinen Umstellungen in deinem Alltag, deine Gesundheit und dein T bedeutend verbessern kannst.

Danke fürs Lesen!

Für Teil 2 geht´s hier lang

 

 

[1] Meeker, John D.; Ferguson, Kelly K. (2014): Urinary phthalate metabolites are associated with decreased serum testosterone in men, women, and children from NHANES 2011-2012. In: The Journal of clinical endocrinology and metabolism 99 (11), S. 4346–4352. DOI: 10.1210/jc.2014-2555.

[2] Ehrlich, Shelley; Calafat, Antonia M.; Humblet, Olivier; Smith, Thomas; Hauser, Russ (2014): Handling of thermal receipts as a source of exposure to bisphenol A. In: JAMA 311 (8), S. 859–860. DOI: 10.1001/jama.2013.283735.

[3] Li, De-Kun; Zhou, Zhijun; Miao, Maohua; He, Yonghua; Qing, Dandan; Wu, Tongjun et al. (2010): Relationship between urine bisphenol-A level and declining male sexual function. In: Journal of andrology 31 (5), S. 500–506. DOI: 10.2164/jandrol.110.010413.

[4] Picot, Marie; Naule, Lydie; Marie-Luce, Clarisse; Martini, Mariangela; Raskin, Kalina; Grange-Messent, Valerie et al. (2014): Vulnerability of the neural circuitry underlying sexual behavior to chronic adult exposure to oral bisphenol a in male mice. In: Endocrinology 155 (2), S. 502–512. DOI: 10.1210/en.2013-1639. // Gamez, Juan Manuel; Penalba, Romina; Cardoso, Nancy; Ponzo, Osvaldo; Carbone, Silvia; Pandolfi, Matias et al. (2014): Low dose of bisphenol A impairs the reproductive axis of prepuberal male rats. In: Journal of physiology and biochemistry 70 (1), S. 239–246. DOI: 10.1007/s13105-013-0298-8.

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