Ein Leser hat mich letztens auf einen Zeitungsartikel aufmerksam gemacht, der darüber berichtet, dass die „Anti-Baby-Pille“ für den Mann die erste Testphase überstanden hat.

Wie funktioniert diese Pille?

Sie enthält ein modifiziertes, künstliches Testosteron, dass die Hormone unterdrückt, die für die Produktion von Spermien verantwortlich sind… Und in dem Zuge wird auch die Herstellung des körpereigenen Testosterons runtergefahren.

Nach nur 28 Tagen fiel der Testosteronwert „teils sogar auf Werte, die man sonst bei krankhaftem Testosteronmangel beobachtete“. (Quelle)

Über die Hälfte der Teilnehmer erlebten Nebenwirkungen, wie

  • Libidoverlust
  • Müdigkeit
  • Akne
  • Kopfschmerzen
  • Potenzprobleme

Aber kein Grund zur Sorge, denn die waz schreibt:
„Allerdings: Die Pille für die Damen hat auch zahlreiche Nebenwirkungen.“

Politisierte Debatte

Und das ist, was mich an der ganzen Diskussion am meisten stört.

Es geht nicht mehr nur um Verhütung und darum die Methode herauszufinden, die für alle Parteien am besten ist. Die Diskussion ist politisch geworden.

Wenn man Artikel dazu liest, hat man das Gefühl es geht vor allem um Männer vs. Frauen.

Versteh mich nicht falsch. Es ist super, dass Männer und Frauen gemeinsam nach neuen Verhütungsmethoden suchen und beide Verantwortung übernehmen.

Aber was bringt es zu sagen „auch Männer sollen sich jetzt gefälligst die Chemiekeule verabreichen“?

Ist es wirklich eine gute Idee noch mehr Chemikalien in unsere Körper und Umwelt zu pumpen?

Kann es kein Win-Win geben?

Muss immer einer verlieren, damit der andere gewinnen kann?

Ok, genug philosophiert.
Meiner bescheidenden und leicht-voreingenommenen Meinung nach ist das Quatsch und die Konsequenzen werden wir erst Jahrzehnte später wieder so richtig um die Ohren gehauen bekommen.

Testosteronwerte und Spermienzahl sind jetzt schon auf dem Rückmarsch und die Ursachen dafür werden erst langsam erforscht.

Die Wirkung von hormonähnlichen Chemikalien oder sogar künstlichem Östrogen, wie es in der Pille vorkommt, wurden unterschätzt.

Die Spermienzahl von Männern aus westlichen Ländern hat sich in den letzten 40 Jahren halbiert und Testosteron ist bereits von 1987 bis 2004 um 17% gesunken (unabhängig vom Alter).

Deshalb nehme ich das Thema „Baby-Pille für den Mann“ zum Anlass, um dir zu zeigen, mit welchen Chemikalien wir bereits heute tagtäglich in Kontakt sind, die sich auf unsere Hormone auswirken und wie du dich dagegen schützt.

Chemikalien in unserer Umwelt

Auch ohne Pille für den Mann ist unsere Umwelt jetzt schon stark mit künstlichen Hormonen belastet.

Dr. Anthony G. Jay legt in seinem Buch Estrogeneration: How Estrogenics are making you fat, sick and infertile dar, wie sich künstliches Östrogen in unserer Umwelt auswirkt.

Über viele dieser Punkte habe ich schon auf diesem Blog geschrieben, aber wir fassen hier nochmal einige zusammen.

Pestizide

Die meisten Pestizide sind endokrine Disruptoren.

Das bedeutet, sie wirken sich negativ auf unsere Hormone aus. Und insbesondere Testosteron ist betroffen.

Auch das bei uns beliebte Glyphosat scheint ein Testosteronkiller zu sein:

Schon kleine Dosen haben einen direkten Effekt auf Testosteron, denn die Produktion wird durch das Herbizid in den Zellen unterdrückt, die das Hormon herstellen. (Mehr dazu)

Benzophenone & 4-Methylbenzylidene Camphor

Diese Chemikalien werden vorwiegend in billigen Sonnenschutzmitteln verwendet und über die Haut aufgenommen.

Lies‘ dir vor dem Kauf das Etikette durch, um sicherzustellen, dass du dir nicht Chemikalien einmassierst, die Östrogen nachahmen und Testosteron senken.

Roter Farbstoff E129

Bei E129 handelt es sich um einen besonderen Lebensmittelfarbstoff.

In Dänemark, Schweden, Belgien, der Schweiz und Frankreich ist die Verwendung verboten. In Österreich war seine Verwendung bis zum EU-Beitritt ebenfalls verboten, ist inzwischen aber erlaubt. (Quelle)

Der Farbstoff steht im Verdacht ADHS zu begünstigen und in Tierversuchen wurde Hyperaktivität nachgewiesen.

Lebensmittel, die diesen Farbstoff enthalten, müssen seit dem 20. Juli 2010 den folgenden Hinweis auf dem Etikett tragen: „kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“. (Wikipedia)

Eine Studie von 1997 fand außerdem heraus, dass der Farbstoff östrogenähnliche Wirkung hat und die DNA beschädigen kann. (Studie)

Zearalenon

Abgesehen von Gluten und Pestiziden enthalten viele Getreideprodukte noch einen Pilz mit dem Namen Zearalenone (ZEA).

Wikipedia schreibt über diesen Pilz:

„Zearalenon wirkt als Östrogen. Seine Bindungsaffinität zu Östrogenrezeptoren ist etwa zehn- bis zwanzigfach geringer als die des 17-β-Estradiols, jedoch ist seine Halbwertszeit deutlich länger. Eine stete Zufuhr über die Nahrung führt zu Hyperöstrogenismus mit all seinen Symptomen und Folgen: Größen- und Gewichtszunahme des Uterus, Störung des Menstruationszyklus, pathologische Veränderungen an den Ovarien, Scheinschwangerschaften, Aborten und Sterilität.“ (Quelle)

Hier besteht allerdings kein Grund zur übertriebenen Panik, denn in der EU gibt es Höchstwerte, die Produkte nicht überschreiten dürfen.

Achte allerdings darauf keine Getreideprodukte mehr zu essen, die Schimmel ansetzen.

Östrogen im Kranwasser

Rund die Hälfte aller Frauen zwischen 18 und 32 nehmen die Pille. (Quelle)

Die gesundheitsschädliche Wirkung wird nach und nach aufgedeckt und es gibt (glücklicherweise) immer mehr Frauen, die nach anderen Lösungen schauen. Sie selbst leiden am stärksten unter dem künstlichen Östrogen. Aber auch im Wasserkreislauf lässt es sich mittlerweile nachweisen, da gewisse Mengen über den Urin ins Abwasser gelangen.

Meistens besteht die Pille aus dem synthetischen Östrogen Ethinylestradiol. Es wurde erfunden, um Östrogen nachzuahmen, die Östrogenrezeptoren zu aktivieren und länger im Körper zu bleiben, als natürliches Östrogen.

Ethinylestradiol hat die stärkste Wirkung von allen Chemikalien, die wir besprochen haben und um noch einmal Wikipedia zu bemühen:

„Heutige Kläranlagen können diese Chemikalien nicht entfernen, wodurch sie in den natürlichen Wasserkreislauf gelangen und letztlich u. U. wieder in das Trinkwasser. Diese Form der Umweltverschmutzung hat nachweislich Auswirkungen auf das Ökosystem. Nachgewiesen sind Effekte auf Wasserlebewesen, einschließlich Fische, Frösche und Zooplankton. Die Feminisierung von männlichen Fischen bis hin zum Produzieren von Eiern ist ein bekannter Effekt.“ (Quelle)

Die Forschung hat noch nicht herausgefunden, ob die Konzentration dieser Chemikalien in unserem Trinkwasser ausreichend ist, um einen Effekt zu haben, aber in der Natur lässt er sich beobachten.

Quellwasser ist frei von Ethinylestradiol und die beste Wahl.

Die zweitbeste Wahl ist ein Wasserfilter, der Hormone und endokrine Disruptoren rausfiltert. Ich nutze beispielsweise diesen. (Besteht zwar leider aus Plastik, aber enthält immerhin kein BPA.)

Wie kannst du überschüssiges Östrogen ausleiten und deine Männlichkeit schützen?

Schritt 1: Reduziere deinen Kontakt zu östrogenähnlichen Chemikalien

Der wichtigste Punkt ist deinen Kontakt zu den künstlichen Östrogenen zu reduzieren, die wir uns gerade angeschaut haben:

Verzichte auf Plastik soweit wie möglich. Lege dir Pflegeprodukte zu, die auf natürlichen Inhaltsstoffen basieren, kaufe Bio und trinke gefiltertes Wasser oder Quellwasser.

Schritt 2: Lebensmittel, die Östrogen senken

Es braucht weder teure Ergänzungsmittel, noch Medikamente, um den Östrogenspiegel zu senken und künstliches Östrogen auszuleiten.

Wichtig sind ein gesunder Stoffwechsel, eine gesunde Leber und du kannst zusätzlich Lebensmittel essen, die gezielt die Synthese verhindern oder Östrogen binden.

Hier habe ich einen Artikel zu diesen Lebensmittel geschrieben.

Aber auf zwei will ich noch intensiver eingehen.

Karotten und Pilze.

Klingt wenig spektakulär, aber die Wirkung hat es in sich.

Möhren sind sehr besondere Lebensmittel, mit vielen gesundheitsfördernden Eigenschaften. In einer Studie konnte der Verzehr von einer Karotte täglich das Brustkrebsrisiko bei Frauen senken. (Studie)

Karotten senken Östrogen, bekämpfen Entzündungen und fördern die Ausscheidung von Toxinen.

Dr. Ray Peat empfiehlt täglich 1-2 geschredderte Karotten zusammen mit 1 EL geschmolzenem Kokosöl, etwas Apfelessig und Salz zu essen.

Der zweite Geheimtipp sind Champignons.

Sie verhindern, dass sich Östrogen an den Rezeptor bindet und so seine Wirkung entfaltet und unterdrücken das Aromatase-Enzym. (Studie) Aromatase wandelt Testosteron in Östrogen um.

Das macht Champignons zu einem der effektivsten Werkzeuge, um Östrogen zu senken.

Schritt 3: Ergänzungsmittel, die die Ausleitung von Östrogen unterstützen

Es gibt hunderte Ergänzungsmittel, die Östrogen auf die ein oder andere Weise senken.

Manche beschränken sich dabei allerdings nicht nur auf das weibliche Sexualhormon, sondern binden gleich auch androgene Hormone wie Testosteron.

Deshalb ist Vorsicht geboten.

Zu den effektivsten Ergänzungsmitteln gehören meiner Meinung nach die fettlöslichen Vitamine E und K.

Vitamin E mindert den Schaden durch oxidativen Stress und freie Radikale, unterdrückt die Aktivität des Aromatase-Enzyms und es verhindert, dass Östrogen sich an den Rezeptor bindet. (Studie, Mehr dazu). Achte darauf, dass du ein Ergänzungsmittel nutzt, dass gemischte Tocopherole enthält, wie z.B. dieses.

Vitamin K2 unterdrückt direkt die Östrogensynthese. Und in der Form MK-4 erhöht es dazu den Testosteronspiegel. (Studie, Studie)

Christopher Walker empfiehlt außerdem Betain.
Dieser Stoff macht Östrogen nach seiner Aussage im Körper wirkungslos und kann anschließend ausgeschieden werden. (Mehr dazu)
Betain ist in Roter Beete, Spinat und Schrimps enthalten. Für eine stärkere Wirkung kann allerdings auch ein Ergänzungsmittel nützlich sein.

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