Über kaum ein Thema gibt es so viele falsche Vorstellungen und Konzepte wie über das Thema der ominösen Libido.

Wer seine Libido steigern will, stößt bei seiner Suche meist zuallererst auf zahlreiche Mittelchen, die ihm von verschiedenen Seiten angepriesen werden.

Sie alle haben etwas gemeinsam: Sie versprechen die sofortige Lösung aller Probleme in Kapselform , sind völlig überteuert und zudem oft noch wirkungslos.
Denn viel zu selten wird ein Blick hinter die Kulissen geworfen.
Und der ist wichtig.

Denn oft muss gar nichts im eigentlichen Sinne „gesteigert werden“, sondern lediglich die Handbremse gelöst werden, mit der man sich selbst blockiert.
Ja, deine Libido kann wunderbar funktionieren… wenn du es zulässt.

Aber völlig unbewusst und automatisch haben wir Gewohnheiten und Produkte in unseren Alltag integriert, die unserer reproduktiven Gesundheit schaden und die Libido in die Knie zwingen.

Um nachhaltig eine Verbesserung zu erleben, müssen wir uns erstmal anschauen, wie wir uns selbst sabotieren.
Löse diese Handbremse und du wirst merken, wie sich auch deine Lust fast automatisch erholt.

Hormone und Libido

Ok, fangen wir von vorne an.
Und zwar dabei, was genau hinter diesem mysteriösen Konzept der „Libido“ steckt.

Zwei Hormone sind für das Phänomen hauptsächlich verantwortlich: Testosteron und Dopamin.

Dopamin ist der Neurotransmitter, der für Belohnung und Motivation zuständig ist.
Beispielsweise verhungern Mäuse, denen Dopamin entzogen wird, weil sie sprichwörtlich zu wenig Motivation haben, um zu essen.
Jedes Mal, wenn du eine Handlung ergreifst, tust du das, weil du dir ein Ergebnis erhoffst, mit dem du positive Gefühle verknüpfst.
Dopamin ist der Neurotransmitter, der die freudige Erwartung auslöst.
Hast du kürzlich einen Erfolg gehabt und dich wie der Größte gefühlt? Das war Dopamin in Aktion.
Und so ist Dopamin auch zuständig für die Erwartung auf Sex. Wenn du zu wenig Dopamin hast, ist es für dich unmöglich die freudige Antizipation für Sex aufbringen. Ohne Dopamin, keine Lust.

Bei Testosteron ist der Zusammenhang sogar noch stärker. Nicht umsonst ist es das wichtigste Sexualhormon. So ist es keine Überraschung, das niedrige Testosteronwerte, ein sicherer Libido-Killer sind. (Studie)
Beeindruckende Schlüsse lassen auch Studien mit älteren Herrschaften zu, die nach einer Testosterontherapie deutliche Anstiege in Libido und erektiler Funktion erleben. (Studie)

Dazu kommt noch, dass Dopamin und Testosteron sehr eng miteinander verzahnt sind. Wenn Testosteron gesteigert wird, steigt auch Dopamin und wenn Dopamin steigt, zieht Testosteron nach.

Aber genauso gilt: Wenn du eines der beiden Hormone runterfährst, sinkt auch das jeweils andere. So kann eine gefährliche Teufelsspirale entstehen.

Und genau das ist die Handbremse von der ich eingangs gesprochen habe.
Wir blockieren Testosteron und Dopamin und wundern uns dann, warum wir keine Lust und Energie mehr haben.
Diese Blockade entsteht hauptsächlich durch sogenannte endokrine Disruptoren a.k.a Umwelthormone.

Wie wir unsere Libido blockieren

Endokrine Disruptoren sind Stoffe, die in unsere Hormone eingreifen und so Chaos anrichten.

Sie blockieren die Funktion von körpereigenen Hormonen.

Leider enthalten viele unserer alltäglichen Produkte diese Umwelthormone. Dadurch sind wir jeden Tag einer bedenklichen Menge dieser Schadstoffe ausgesetzt, was dazu führt, das Testosteron sinkt und Östrogen sowie Stresshormone steigen. Bei Männern eine verheerende Kombination.

Die Frage ist jetzt: Wie minimierst du den Kontakt mit endokrinen Disruptoren in deinem Alltag?

1. Schritt: Verzichte auf Plastik soweit wie möglich

Plastik ist aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. So verpacken wir ohne zu hinterfragen alles in Plastik, geben unseren Kindern Spielzeug aus Plastik und trinken Wasser aus Plastikflaschen.

Und das kann für unsere Hormone ein Desaster werden. Denn Plastik enthält gleich mehrere Chemikalien, die negativ in unser hormonelles System eingreifen:

Zum einen die sogenannten Phthalate, die besser bekannt sind als Weichmacher. Diese Chemikalie ist dafür zuständig, dass das Plastik weich und formbar wird. Aus diesem Grund sind sie in verschiedensten Arten von Plastikprodukten enthalten. Plastikflaschen, Einkaufstüten, Lebensmittelverpackungen, aber auch Kinderspielzeug. Hohe Phtalate-Werte im Urin korrelierten in einer Studie stark mit niedrigen Testosteronwerten. Sie sind daher Weichmacher im wahrsten Sinne des Wortes…

Die zweite gefährliche Chemikalie ist BPA. Sie ist nicht nur in den „klassischen“ Plastikprodukten enthalten, sondern auch reichlich in Dingen, die man nicht unbedingt mit Plastik in Verbindung bringt. So enthält zum Beispiel das Thermopapier, auf dem Bons, Tickets usw. gedruckt werden bedenkliche Mengen BPA. Nehme daher am besten keine Kassenbons an, die du nicht wirklich brauchst. Immer häufiger liest man als Werbung auf bestimmten Produkten „hergestellt ohne BPA“, denn die schädliche Wirkung ist bekannt. In dieser Studie wurde herausgefunden, dass BPA die Ursache für erektile Dysfunktion sein kann. Es senkt Testosteron und erhöht den Östrogenspiegel.

Vermeide Plastik soweit wie möglich. Aber insbesondere in diesen Fällen:

  • Trinke kein Wasser aus Plastikflaschen, die in der Sonne standen.
  • Wärme niemals dein Essen in einer Plastikschale in der Mikrowelle.
  • Trinke so wenig Soft-Drinks wie möglich, die in Plastikfalschen abgefüllt wurden. Die darin enthaltene Säure sorgt ebenfalls dafür, dass sich schädliche Substanzen aus dem Plastik mit dem Getränk vermischen.
  • Besonders für den Sport benutze eine Metallflasche. Das ist der letzte Ort, wo du deine Östrogenlevels steigern willst.
  • Benutze Kochutensilien aus Holz.
  • Benutze eine Zahnbürste aus Holz.
  • Bewahre dein Essen in Metallbehältern auf.

2. Schritt: Verwende natürliche Pflegeprodukte

Gehe in dein Badezimmer und schau dir mal die Inhaltsstoffe auf deinem Shampoo, deinen Cremes und Gels an. Wenn ein Wort dort vorkommt, das mit „-paraben“ endet, dann schmeiße sie weg. Parabene sind eine Form von Xenoöstrogenen und docken an den Östrogenrezeptoren im Körper an. Wenn du dich ihnen täglich aussetzt, dann ist die Gefahr groß, dass du deine Testosteronproduktion langsam aber sicher runterfährst und deinen Östrogenspiegel steigerst.

Die Alternative ist auch hier denkbar einfach:

Verwende Produkte, die auf natürlichen Inhaltsstoffen beruhen, wie diese:

Oder, probiere sie selber herzustellen, wenn du sehr experimentierfreudig bist. Gute Anleitungen dafür findest du hier.

Herkömmliche Sonnencreme ist leider auch keine gute Idee:

Lege dir stattdessen naturkosmetische Produkte zu.

Wenn du unempfindlich bist, kannst du es auch mit Kokosnussöl probieren. Es hat einen Lichtschutzfaktor von ca. 5.

3. Schritt: Vermeide Pestizide

Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: So gut wie alle Pestizide sind endokrine Disruptoren. Forscher haben festgestellt, dass 30 von 37 Pestiziden deinen Hormonen schaden.

  • Eine Studie mit Ratten stellte fest, dass das in Europe beliebte Pestizid Glyphosat wortwörtlich die Maskulinisierung aufhält und das Verhalten, sowie Partnerwahl verändert und die reproduktiven Funktionen beschädigt.
  • Ein weiteres Pestizid, dass in den USA weit verbreitet, in Deutschland zwar seit Jahren verboten ist, aber dessen Spuren bis heute im Grundwasser messbar sind, ist Es senkt nicht nur die Testosteronspiegel von Fischen, Amphibien und Nagetieren, sondern es gibt sogar Studien, die zeigen, dass erhöhte Atrazin Konzentrationen im Wasser männliche Frösche in weibliche umwandeln. Ihnen wachsen sogar Eierstöcke!
  • Vinclozolin ist ein sogenanntes „Fungizid“ und ist zwar auch seit etwa 2004 in Deutschland verboten, aber Rückstände zeigen sich auch heute noch auf konventionellem Obst. Besonders, wenn es importiert ist. Es unterdrückt die Produktion von Testosteron und hat einen „feminisierenden“ Effekt. In einer Studie mit Ratten zeigt sich seine Wirkung auch noch in den Urenkeln, der Tiere, die dem Pestizid ausgesetzt waren.
  • In einer großen amerikanischen Studie stellten die Forscher fest, dass 91% der Testpersonen nachweisbare Mengen des Insektengifts chlorpyrifos im Körper haben. Dieses Pestizid hat in verschiedenen Studien gezeigt, dass es signifikant testosteronsenkende Wirkung hat.

(Zu den Studien)

Der nachweislich effektivste Weg um sich zu schützen ist es, gerade bei Obst und Gemüse nur noch „organic“ oder BIO einzukaufen. Also Lebensmittel, die nicht behandelt wurden.

Insbesondere gilt das für das berüchtigte „Dreckige Dutzend“. Das sind 12 Lebensmittel, die am stärksten mit Schadstoffen belastet sind.

 

4. Schritt: Libido steigern durch Nahrungsergänzung

Erst wenn du diese Schritte eingeleitet hast, macht es Sinn über Supplements nachzudenken.

Ansonsten gibt’s du viel Geld aus, um teure Mittelchen in ein Fass ohne Boden zu werfen.

Die Basis muss stimmen.
Wenn du die ersten 3 Schritte umsetzt, gibst du deinem Körper wieder die Chance so zu funktionieren, wie er funktionieren sollte. Das kann er nicht, wenn ständig Schadstoffe in die hormonellen Prozesse eingreifen.
Vermeide endokrine Disruptoren und dein Testosteron sowie Dopamin steigen und deine Libido normalisiert sich.

Wenn du jetzt noch den extra Kick suchst, können dir Ergänzungen weiterhelfen.

Alle voran diese:

  • L-Arginin (bis zu 5g nach dem Aufstehen, auf leeren Magen): Diese Aminosäure verbessert den Blutfluss… auch in den südlichen Regionen
  • Maca (1g täglich): Dieses Kraut ist wohl mittlerweile der beliebteste Libido-Booster. Es steigert zwar nicht den Testosteronspiegel, aber dafür nachweislich den Sex-Drive und ist ein Heilmittel gegen erektile Dysfunktion.
  • Cordyceps (500mg täglich): Dieser Pilz soll den chinesischen Kaiser dazu befähigt haben, alle seine Gattinnen so zu befriedigen, dass sich keine von ihnen vernachlässigt fühlte. Aber auch abseits von Märchen und Mythen gibt es mittlerweile Studien, die zeigen, dass er Libido und Potenz steigert.
  • Der Jedi-Geheimtrick unter den Libido-Booster ist es 1g Vitamin C und 5mg Allicin Allicin ist der Wirkstoff in Knoblauch. In einer Studie verbesserte sich der Blutfluss massiv. Stickstoffmonoxide, die für gute Durchblutung sorgen schossen um 200% nach oben. Diese Kombination kann mit Fug und Recht als natürliches Viagra bezeichnet werden.

5. Schritt: Umstellungen in der Lebensweise

Außerdem kannst du noch einige Umstellungen in deiner Lebensweise vornehmen, um deine Libido zu verbessern.

Zu allererst ist natürlich ausreichend Bewegung zu nennen. Durch Sport wird der Blutfluss verbessert und auch die Genitalien werden stärker durchblutet.
Übungen, die das Wachstumshormon und Testosteron steigern sind hoch-intensive, explosive Sportarten wie das Training mit Gewichten und Sprints.
Übertreib es allerdings nicht. Denn Übertraining sorgt dafür, dass Testosteron sinkt und damit auch deine Lust.

Seitdem Zigarettenpackungen mit Warnungen zugeklebt werden weiß jeder, dass es für Libido und Kinderwunsch nicht förderlich ist zu rauchen. Dennoch soll dieser Punkt hier noch Erwähnung finden. Durch Rauchen werden die Arterien verstopft und der Blutfluss behindert. Darunter leiden Erektionen, Libido und Spermienproduktion.

Auch Pornos können dir deinen Sexdrive fast vollständig nehmen. Eine Studie mit 28.000 Italienern fand heraus, dass diejenigen, die seit sie Teenager sind, jeden Tag Pornos konsumierten, komplett abstumpfen. Sie empfinden selbst bei den extremsten Bildern keine Lust mehr.

Wer regelmäßig Pornos konsumiert entwickelt eine Sexualität, die völlig losgelöst von Real-Life-Szenarien ist.
Erst reagiert man immer weniger auf Porno-Filmchen, dann sinkt die Libido und irgendwann wird es unmöglich eine Erektion zu bekommen.
Das liegt daran, dass Dopamin nicht mehr ausgeschüttet wird.
Mehr dazu hier.

Die gute Nachricht ist: Die Libido erholt sich innerhalb weniger Monate nach dem vollständigen Verzicht auf Schmuddelfilmchen.

Fazit

Es sind nicht immer Booster nötig, um die Libido zu steigern. In den meisten Fällen reicht es, den Kontakt mit Umwelthormonen zu minimieren. Denn dadurch können sich deine körpereigenen Hormone, die für deine Lust und Energie zuständig sind wieder normalisieren.

Du erlaubst deinem Körper wieder normal zu funktionieren. Und das ist meist alles was es braucht.

  • Vermeide Plastik
  • Benutze natürliche Pflegeprodukte
  • Kaufe Obst und Gemüse in Bioqualität
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