Vielen Männern geht es mit ihrem Haarausfall, wie Samson aus der Bibel.

Als ihm die Haare abgeschnitten wurden, verlor er seine übermenschliche Kraft.

Und gerade junge Männer haben genauso das Gefühl, dass es mit ihnen bergab geht, sobald sich erste Lücken in der Haarpracht zeigen.

Sie geraten in Panik und versuchen alles um den Haarausfall rückgängig zu machen.
Unternehmen kennen diese Ängste und wissen genau, wie sie ihre Mittelchen an den Mann bringen. 

Haarausfall ist ein Multi-Millionen-Euro-Geschäft, denn es geht um nicht weniger als das eigene Selbstwertgefühl.

Doch die Antworten, die die meisten Unternehmen auf Haarausfall haben, sind oberflächlich.

Man liest von „schlechten Genen“ und „bösen männlichen“ Hormonen.

Die beliebtesten Medikamente gegen Haarausfall unterdrücken DHT (eine 4-10x so starke Form von Testosteron)… als Nebenwirkung können sie dich chemisch kastrieren. Lebenslang.

Wenn man sich etwas genauer mit dem Thema beschäftigt, wird deutlich, dass die Ursachen für Haarausfall deutlich komplexer sind, als es den Anschein hat. „Schlechte Gene“ und Testosteron sind keine ausreichenden Erklärungen, wie wir gleich sehen werden. 

Und die Wahrheit ist: Du kannst deinen „erblich bedingten Haarausfall“ stoppen und dein Haarwachstum anregen. 

Was die Ursachen für Haarausfall sind und was du tun kannst, um ihn zu stoppen, schauen wir uns in diesem Artikel an.

Was ist die Ursache für Haarausfall

Stimmt die Testosteron-Hypothese?

Wenn du zwei Minuten googelst, was Haarausfall verursacht, dann wirst du vor allem eine Antwort finden: Männliche Hormone. Testosteron wird genannt und insbesondere Dihydrotestosteron (DHT), eine deutlich potentere Form von Testosteron.

Anschließend erhältst du den Tipp, DHT zu unterdrücken und fertig.

Und diesen Ansatz vertreten sowohl die Pharmaindustrie als auch die meisten „alternativ-medizinischen“ Hippie-Blogs.

Vom Arzt bekommst du Medikamente verschrieben, die DHT auf pharmazeutischem Wege unterdrücken – auf den Gesundheitsblogs wird dir zu Kräutchen geraten, die den gleichen Effekt haben… aber natürlich sind…

In beiden Fällen läufst du potenziell Gefahr deine Libido, deine erektile Funktion und deinen Antrieb in den Keller zu fahren.

Woher kommt die Testosteronhypothese

Wem haben wir es zu verdanken, dass Testosteron und DHT für Haarausfall verantwortlich gemacht werden?

1942 wurden 104 Eunuchen untersucht, die durch das Fehlen von Hoden kein Testosteron produzieren.

Die Forscher stellten fest, dass diese Männer keinen Haarausfall erlebten. (Quelle)

Als den Testpersonen jedoch künstliches Testosteron gespritzt wurde, vielen vier Männern Haare aus.

1974 geriet dann DHT in den Fokus. Dr. Julianne Imperato-McGinley reiste in die Dominikanische Republik, um eine Gruppe von männlichen Pseudohermaphroditen zu untersuchen (Männer, die mit weiblichen Charakteristika geboren werden). Bei der Geburt lässt sich das Geschlecht dieser Hermaphroditen nicht genau bestimmen, sie werden weiblich großgezogen und erst in der Pubertät bilden sich äußere Geschlechtsteile heraus und die Stimme wird tiefer.

Ähnlich zu den Eunuchen sind auch diese Hermaphroditen frei von Haarausfall. (Quelle)

Doch im Gegensatz zu den Eunuchen produzieren die Hermaphroditen genauso viel Testosteron, wie „normale“ Männer – ABER sie haben so gut wie gar kein DHT im Blut.

Dr. Imperato-McGinely fand heraus, dass die Hermaphroditen nicht genügend 5-Alpha-Reduktase (5-AR) produzieren, ein Enzym, das Testosteron in DHT umwandelt.

Und so wurde DHT zum Schuldigen in der Haarausfallsfrage.

Das Unternehmen Merck, das zu der Zeit ein 5-AR unterdrückendes Medikament entwickelte, griff diese Studie auf, um es auch als Mittel gegen Haarausfall zu vermarkten.

Finasterid war geboren.

Zu seinen Nebenwirkungen gehören:

  • Männerbrüste
  • Depressionen
  • Erektile Dysfunktion
  • Libidoverlust (Mehr dazu)

Unabhängige Studien zu den Nebenwirkungen von Finasterid fanden heraus, dass es in einer kleinen Gruppen von 72 Testpersonen, bei 94% niedrige Libido, 92% erektile Dysfunktion und 69% Problemen mit Orgasmen verursachte. (Quelle)

Aber hilft es wenigstens gegen Haarausfall männliche Hormone zu unterdrücken?

Vielleicht würden noch einige „Ja“ sagen, wenn ihnen der Deal angeboten wird: Libido und erektile Funktion gegen eine garantierte volle Haarpracht.

Aber Finasterid funktioniert eben nicht zu 100%.

Lediglich in 40% der Fälle wirkt es und auch da oft nur schwach.

Das lässt den Schluss zu, dass andere Faktoren am Werk sind. Und tatsächlich ist der gesamte Prozess deutlich komplizierter, als dass er sich auf ein Hormon runterbrechen ließe.

Behaupte ich ihn komplett zu durchschauen?

Nein.

Aber ich kann dir eine andere Perspektive zeigen, die durch deutlich überzeugendere Untersuchungen belegt ist, als die mit Eunuchen und Hermaphroditen.

Denn die Testosteronhypothese steht auf wackligen Beinen.

Wie kommt es zum Beispiel, dass insbesondere ältere Männer unter Haarausfall leiden… obwohl androgene Hormone in den 20ern ihren Höhepunkt erreichen und mit dem Alter tendenziell abnehmen?

Wieso sehen wir Haarausfall in diesen Fällen:

  • Bei Frauen, die die Pille nehmen (Studie)
  • Bei Neugeborenen im ersten Lebensjahr (Studie)
  • Bei Müttern nach der Geburt (Studie)

… offenbar unabhängig vom Alter und „männlichen Hormonen“. Auch kann in diesen Fällen eine „genetische Veranlagung“ ausgeschlossen werden, die regelmäßig verantwortlich gemacht wird.

Was ist dann die eigentliche Ursache für Haarausfall?

Der unabhängige Forscher in diesem Bereich, Danny Roddy, kommt zu dem Schluss: „Wie bei anderem multizellularem Gewebe, hängt auch die Lebensdauer und Funktion von Haarfollikeln von dem Zustand der Zellen ab, die die Struktur ausmachen“. (Quelle)

Haarausfall ist bei beiden Geschlechtern die Ursache eines ineffizienten Energiestoffwechsels, begleitet durch einen Anstieg adaptiver Stresssubstanzen.

Über die Zeit sorgen diese Stresssubstanzen dafür, dass sich die Kopfhaut verändert: Mucopolysaccardie sammeln sich, Verkalkungen treten auf, der Blutfluss zu den Haarfollikeln verschlechtert sich, oxidativer Stress sorgt für Entzündungen – all das sorgt für Haarausfall.

So ist es keine Überraschung, dass Haarausfall Symptom zahlreicher Krankheiten ist, wie

  • Diabetes
  • Insulinresistenz
  • Metabolisches Syndrom
  • Gefäßverkalkung

Bei all diesen Erkrankungen

  1. Steigen Stresshormone an
  2. Steigen Östrogenwerte an
  3. Ist die Stoffwechselfunktion niedrig
  4. Sind freie Fettsäuren im Blutkreislauf
  5. Sind die Prolaktinwerte erhöht
  6. Sammeln sich Mucopolysaccharide im Gewebe der Kopfhaut, was zu Verkalkung führt
  7. Sinken die Werte „schützender Hormone“, wie Progesteron (Quelle)

Kurz: Haarausfall ist ein Zustand, der bei Männern dadurch charakterisiert ist, dass die Hormone durcheinander sind (niedriges Verhältnis von Testosteron zu Östrogen, erhöhte Cortisol- und Prolaktinwerte) und chronische Entzündungen vorliegen. Und damit sind nicht (nur) Entzündungen der Kopfhaut gemeint, sondern vor allem Entzündungen im Verdauungstrakt.

  1. Diese Entzündungen führen dazu, dass die Produktion von Stresshormonen in der Nebenniere angeregt werden. Höhere Cortisolwerte wiederum regen das Aromatase-Enzym an, das Testosteron und DHEA in Östrogen umwandelt.
  2. Eine neue Erkenntnis ist, dass Entzündungen im Verdauungstrakt Regulatorische T-Zellen unterdrücken. Das wiederum sorgt dafür, dass sich Entzündungen weiter ausbreiten. Mäuse, bei denen diese T-Zellen in der Haut unterdrückt werden, wachsen keine Haare mehr. Das deutet darauf hin, dass T-Zellen eine wichtige Rolle für das Haarwachstum spielen. (Mehr dazu, Mehr dazu)

Das ist eine Hypothese, warum man so wenige Männer sieht, die sich tatsächlich von ihrem Haarausfall erholen. Sie probieren alle oberflächlichen Lösungen, aber dringen nie zur eigentlichen Ursache vor.

Was kannst du tun, um deinen Haarausfall zu stoppen und dein Haarwachstum anzuregen?

Es braucht keine Chemiekeule, die dir potenziell deine sexuelle Funktion raubt, um deinen Haarausfall zu stoppen.

Alles was es braucht, sind einige Umstellungen in deiner Lebensweise, andere Nahrungsmittel und natürliche Ergänzungsmittel.

Und das gelingt dir so:

Schritt 1: Senke Entzündungen im Verdauungstrakt

  • 1-2 TL Kokosöl zu jeder Mahlzeit, um Endotoxine im Verdauungstrakt zu bekämpfen 
  • Täglich 1-2 rohe Karotten zusammen mit etwas Apfelessig und Kokosöl mindert die Entzündungen
  • 10-20g Gelatine/Kollagen täglich liefert die Bausteine, um mögliche Beschädigungen im Darm zu reparieren

Schritt 2: Östrogen senken

Schritt 3: Cortisol senken

Schritt 4: Prolaktin senken

Schritt 5: Stoffwechsel ankurbeln

  • Kohlenhydrate vorwiegend aus leicht verdaulichen Quellen, wie Kartoffeln, Obst und weißem Reis
  • Ausreichend Salz
  • Mehr Tipps hier

Schritt 6 und 7: Verkalkungen der Kopfhaut lösen – sowohl durch gezielte Ergänzungsmittel, als auch durch das lokale Auftragen von natürlichen Substanzen.

Natürlich ist es wichtig, die tieferliegenden Ursachen zu beheben, aber das braucht Zeit.

Du siehst schnell Ergebnisse, wenn du gleichzeitig lokal die Symptome behandelst (Verkalkung und Fibrose).

Das gelingt mit einem systematischen Supplement-Protokoll und einer Behandlung mit besonderen Ölen, die Verkalkungen der Kapillare erst lösen und dann den Abtransport ermöglichen.

Welche sind das?

Das erfährst du in meinem kurzen Ratgeber „Haarausfall stoppen“.

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