Dopamin Testosteron Pronos

Dopamin Testosteron Pronos

Ein Thema beschäftigt einen großen Teil der männlichen „Internet-Community“: Und das ist „NoFap“. Keine Pornos und keine Selbstbefriedigung haben die Teilnehmer dieser Bewegung sich auf die Fahnen geschrieben, da sie sich davon mehr Antrieb und Lebensqualität im Allgemeinen versprechen.

In diesem Artikel schauen wir uns an, was das alles mit Testosteron zu tun hat und ob das eine sinnvolle Bewegung ist.

Vorab: Masturbation selbst hat keine Auswirkungen auf den Testosteronspiegel und bei Sex gilt sogar je mehr desto besser, denn er steigert Testosteron. Das Problem sind Pornos, da sie die Neurotransmitter und Hormonausschüttung im Gehirn ins Chaos stürzen.

Fangen wir von vorne an:

An der Testosteronausschüttung sind zahlreiche Neurotransmitter beteiligt. Ohne die würde es gar nicht dazu kommen, dass die Hoden ihrer Aufgabe nachgehen Testosteron zu produzieren, denn sie würden den Befehl dazu nicht erhalten.

Einer dieser Neurotransmitter ist Dopamin, besser bekannt als das Glückshormon. Es wird ausgeschüttet, wenn wir eine Belohnung erhalten. Belohnung ist in diesem Sinn sehr weit gefasst. Alles was starke Befriedigung in uns triggert, löst auch einen Schub Dopamin aus. Denn erst dadurch entsteht dieses Gefühl des „Glücklich-Seins“.

Das klingt erstmal nicht nach etwas Schlechtem, denn Dopamin sorgt dafür, dass wir nach Zielen streben und dafür arbeiten. Denn wir wissen, wenn wir diese Ziele erreichen, dann fühlen wir uns gut. Wenn wir etwas erreichen, was für uns bedeutungsvoll ist, schüttet der Körper Dopamin aus und wir fühlen uns gut.

Der Haken an der Sache

Die Kehrseite davon ist, dass es heutzutage einige Reize gibt, die extrem unser Belohnungssystem anregen, aber nicht von der Natur vorgesehen sind, die also unser System in gewisser Weise austricksen.

Das ist der Grund warum große Unternehmen Millionen für Marketing ausgeben. Die Experten wissen genau, wie sie uns dazubringen können, enorme Glücksgefühle mit einem bestimmten Produkt in Verbindung zu bringen…

Hier kommen Pornos ins Spiel

Sie triggern unser Belohnungssystem noch viel viel stärker, als jede Werbesendung es könnte. Das liegt daran, dass biologisch gesehen die Fortpflanzung, abgesehen vom Überleben das wichtigste Ziel jedes Organismus ist. Die Evolution hat also dafür gesorgt, dass gerade wenn es um die potenzielle Zeugung von Nachkommen geht, die das Überleben unserer Gene sichert, extreme Glücksgefühle mit im Spiel sind. Sex macht glücklich und das liegt daran, dass riesige Mengen Glückshormone dabei ausgeschüttet werden. Unser Gehirn belohnt uns massiv für das Bestreben unseren biologischen Zweck auf der Erde zu erfüllen – uns Fortzupflanzen und damit das Überleben unserer Gene zu sichern.

Und hier beginnt das Problem mit Pornos. Das Unterbewusstsein kann nicht zwischen echt und unecht unterscheiden, das heißt, wenn du dir einen Porno anschaust, dann ist das für dein Unterbewusstsein Realität. Ein, von der Evolution tief verankerter Überlebensdrang, lässt sich jetzt per Mausklick befriedigen. Alle Vorlieben werden ohne Aufwand bedient und die Lust- und Glückszentren im Gehirn werden maximal stimuliert durch einen nie endenden Strom an perfekten Frauen.

Unterbewusst sendest du deinem Gehirn das Signal, dass du dabei bist deine Gene mit optimalen Partnerinnen zu teilen. Der evolutionär-älteste Teil des Gehirns fliegt auf Wolke 7, denn er geht davon aus, dass du dabei bist, perfekte Kinder zu zeugen und deine Gene noch Generationen überdauern werden. Und es wird dich mit Glücksgefühlen der heftigsten Sorte belohnen. Es weiß nicht, dass sich das alles nur auf einem Bildschirm abspielt.

Du merkst wahrscheinlich schon, dass das nicht unbedingt gesund klingt. Denn das ist es nicht. Das Gehirn gewöhnt sich an diese extrem starken Reize. Irgendwann reicht es nicht mehr lediglich Frauen mit perfekten Proportionen zu sehen, um Dopamin auszuschütten. Man stumpft ab und es braucht mehr und mehr, um die Glücksgefühle zu spüren. Viele Männer sind bereits an diesem Punkt und brauchen einen sehr heftigen Reiz, damit ihr Gehirn noch Glückshormone produziert.[1]

Und hier schließt sich der Kreis

Du konditionierst dich selbst dazu, die Messlatte extrem hoch zu setzen, wann dein Gehirn überhaupt noch Glückshormone ausschütten soll, weil „normale“ Einflüsse nicht mehr ausreichen.

Pornos sind die häufigste Ursache für einen Dopaminmangel. Andere Gründe sind süchtig-machende Videospiele, Fernsehen, endloses Browsen durch Social Media Feeds und Fast Food. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie das Gehirn sehr stark stimulieren und mehr als das in der „natürlichen“ Welt möglich wäre. Das heißt sie sind stärker als die Einflüsse, an die wir evolutionsbiologisch gewöhnt sind und sie geben uns ein kurzes „dreckiges“ Glückgefühl.

Nicht nur wird dadurch dein Alltag sehr stumpf, da dich die kleinen Erfolge und die sprichwörtlichen kleinen Dinge des Lebens nicht mehr erfüllen, sondern auch dein Testosteronspiegel sinkt in den Keller.

Testosteron und Dopamin sind sehr eng verknüpft. Dopamin reguliert die Ausschüttung von Testosteron.[2]

Wenn du deinen Dopaminspiegel in den Keller treibst und deine Dopaminausschüttung nur noch unter extremen Bedingungen anspringt, dann geht es deinem Testosteronspiegel nicht besser.

Die Lösung des Problems

Für eine ausgeglichene Dopaminproduktion, ist es ratsam auf Pornos zu verzichten. (Mehr zum Zusammenhang zwischen NoFap und Testosteron hier.) So gewöhnst du dein Gehirn langsam aber sicher wieder an normale Reize und das wird dazu führen, dass du mehr Antrieb hast und deine Ziele zu erreichst. Denn die Dopaminasschüttung und damit das Belohnungsgefühl setzt dann bei der Erreichung von echten Zielen ein und Dingen die wirklich wichtig sind in deinem Leben und wartet nicht hinter ein paar Mausklicks.

Um auch kurzfristig deinen Dopaminspiegel zu steigern, helfen die folgenden Maßnahmen:

  • Regelmäßige Meditationen
  • Kein Fast Food und stark gezuckerte Nahrungsmittel mehr
  • Mehr Bewegung
  • Supplementieren mit Tyrosin: Das ist der Baustein aus dem Dopamin gemacht wird. Nebenbei ist es auch der „Achtsamkeits“-Neurotransmitter. Aus diesem Grund steigert es auch deine Konzentrationsfähigkeit. Es gibt zu Tyrosin keine Langzeitstudien, daher empfehle ich nicht es täglich über einen langen Zeitraum zu ergänzen. Aber kurzfristig hat es sich bewährt.

Fazit

 Auch wenn wir uns angeschaut haben, wie Pornos sich negativ auf deinen Testosteronspiegel auswirken, konntest du hoffentlich noch mehr aus diesem Artikel mitnehmen. Der Verzicht auf Pornos und das Abtrainieren von Süchten z.B. nach Videospielen, TV, Fast Food und endlosem Social Media browsen wird dich auch abgesehen von deinem Testosteronspiegel deutlich erfolgreicher und glücklicher machen. Du trainiert so dein Gehirn wieder auf kleinere Reize anzuspringen. Kleine Dinge machen dich wieder glücklich und du für dich wichtige Ziele wirst du automatisch entschlossener verfolgen, weil dahinter jetzt der große Dopaminschub wartet und nicht mehr hinter einem Display.

 

Was ist deine Meinung zu dem ganzen Thema? Ich freue mich über deinen Kommentar!

 

 

[1] http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-2051902/Men-use-internet-porn-likely-hopeless-bedroom.html

[2] Endocrinology, 1992 Jul, 131(1):395-9, „Role of dopamine in the regulation of gonadotropin-releasing hormone in the male rat brain as studied by in situ hybridization“

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