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DHT - Wie Testosteron, nur besser

Testosteron vs. DHT

Testosteron ist bekanntermaßen das Hormon, das uns zu Männern macht.

In der Pubertät sorgt es dafür, dass die Geschlechtsorgane wachsen, die Körperbehaarung zunimmt und die Stimme tiefer wird. Es bestimmt den Sexdrive. Außerdem sorgt es für verstärktes Muskelwachstum und die Zunahme von Kraft und Energie.

Doch es gibt noch ein Hormon, dass sogar noch mächtiger ist. Und das ist Dihydrotestosteron (DHT).

Es ist wie der wesentlich stärkere und kräftigere, kleine Bruder des Testosteron. DHT ist deutlich androgener als Testosteron selbst. Das liegt daran, dass es einfacher an die Androgenrezeptoren andocken kann und dort 5x so lange aktiv ist wie Testosteron selbst.[1] DHT ist das Hormon, das für die klassisch-männlichen-Charakteristia zuständig ist: Es lässt die Schultern breiter wachsen, es sorgt für eine maskuline Kinnpartie und es ist noch besser darin Libido und Erektionen zu verbessern als Testosteron.

DHT Mythen

In den Medien wurde DHT sehr stark verunglimpft und wenn man das Wort bei Google eingibt, findet man sogar mehr Ergebnisse dazu, wie man es unterdrücken kann, statt es zu steigern.

Es wurde mit Haarverlust in Verbindung gebracht und sofort sprangen einige Pharmaunternehmen auf den Trend auf und brachten Supplements raus, mit denen man die Umwandlung von Testosteron in DHT unterdrücken kann. Dabei ist dieser Zusammenhang nicht einmal endgültig wissenschaftlich bestätigt und wird weiterhin kontrovers diskutiert. In einer Studie stellten die Forscher sogar fest, dass sich das Risiko von Haarverlust um 35% verringerte, wenn die Teilnehmer hohe DHT-Werte aufwiesen.[2]

Vorteile eines hohen DHT-Spiegels

Haarverlust tritt vermehrt im Alter auf und im Alter sinkt der DHT-Spiegel. Wenn der Zusammenhang wirklich eindeutig wäre, müssten die meisten Männer Anfang ihrer 20er Haarausfall haben, da dann die DHT-Werte am höchsten sind. So lange also nichts Gegenteiliges bewiesen ist, halte ich mich an die Vorteile einer starken DHT-Produktion:

  • Anders als Testosteron kann es nicht in Östrogen umgewandelt werden[3]
  • DHT ist das am stärksten vertretene Hormon in den Sexualorganen. Es kann also noch effektiver Libido und Erektionen verbessern.[4]
  • DHT hat enorm starke Auswirkungen auf unseren Drive. Es wird als die treibende Kraft dahinter ausgemacht, dass wir Männer mit Frauen, im Sport und in der Karriere erfolgreich sein wollen und dafür arbeiten.

Das klingt nach guten Argumenten neben Testosteron auch DHT zu steigern:

DHT steigern

Es sind im Grunde die gleichen Prinzipien erforderlich, wie für eine hohe Testosteronproduktion.

  1. 30%-40% der täglichen Kalorien sollten aus Fetten stammen: Diäten, die diese Menge an Fetten enthalten, haben sich als effektiv darin erwiesen Testosteron und DHT zu steigern. Hier ist allerdings wichtig, WAS für Fette es sind. Vermeide mehrfach-ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Rapsöl, Sojaöl, Distelöl, etc. vorkommen. Die lassen die Testosteronproduktion generell einbrechen und unterdrücken das Enzym 5-alpha Reduktase im Speziellen, das für die Umwandlung von Testosteron in DHT zuständig ist.[5] Nehme dementsprechend vor allem gesättigte und einfach-ungesättigte Fettsäuren zu dir.
  2. Iss ausreichend Kohlehydrate: Wissenschaftlich hat sich ein Verhältnis von 2:1 von Kohlehydraten zu Protein als am effektivsten gezeigt, Testosteron zu steigern.[6] Auch hier sind nicht alle Quellen gleichwertig. Vermeide es Ballaststoffe im Übermaß zu essen, denn das ist ein guter Weg die Testosteronproduktion runterzufahren. Obst, Kartoffeln, Kürbisse, Karotten und weißer Reis sind solide Quellen.
  3. Vermeide Phytoöstrogene in Nahrungsmitteln Soja, Leinsamen, Bier, Lakritze etc. Die docken an den Östrogenrezeptoren im Körper an und reduzieren damit Testosteron. Außerdem sind die meisten Phytoöstrogene ebenfalls in der Lage das oben angesprochene 5-a Enzym zu behindern.[7]
  4. Gehe regelmäßig zum Sport: In einer Studie schickten die Forscher eine Gruppe von Männern 6 Tage die Woche für eine Stunde zum Sport. Nach 3 Monaten konnte festgestellt werden, dass die DHT-Werte um 14,3% gesteigert wurden.[8]

Fazit

Das sind einige Faktoren, die dir helfen dein DHT zu steigern. Im nächsten Artikel schauen wir uns noch einige Supplements an, die die Funktion des 3-Alpha Reduktase Enzyms untersützen und die dir helfen dein DHT auf ein noch höheres Level zu heben.

Vielen Dank fürs Lesen!

 

 

[1] Grino, P. B.; Griffin, J. E.; Wilson, J. D. (1990): Testosterone at high concentrations interacts with the human androgen receptor similarly to dihydrotestosterone. In: Endocrinology 126 (2), S. 1165–1172. DOI: 10.1210/endo-126-2-1165.

[2] Demark-Wahnefried, W.; Lesko, S. M.; Conaway, M. R.; Robertson, C. N.; Clark, R. V.; Lobaugh, B. et al. (1997): Serum androgens: associations with prostate cancer risk and hair patterning. In: Journal of andrology 18 (5), S. 495–500.

[3] Swerdloff, R. S.; Wang, C. (1998): Dihydrotestosterone: a rationale for its use as a non-aromatizable androgen replacement therapeutic agent. In: Bailliere’s clinical endocrinology and metabolism 12 (3), S. 501–506.

[4] Kunelius, Pekka; Lukkarinen, Olavi; Hannuksela, Minna L.; Itkonen, Outi; Tapanainen, Juha S. (2002): The effects of transdermal dihydrotestosterone in the aging male: a prospective, randomized, double blind study. In: The Journal of clinical endocrinology and metabolism 87 (4), S. 1467–1472. DOI: 10.1210/jcem.87.4.8138.

[5] Liang T, Liao S. Inhibition of steroid 5 alpha-reductase by specific aliphatic unsaturated fatty acids. Biochemical Journal. 1992;285(Pt 2):557-562.

[6] Anderson, K. E.; Rosner, W.; Khan, M. S.; New, M. I.; Pang, S. Y.; Wissel, P. S.; Kappas, A. (1987): Diet-hormone interactions: protein/carbohydrate ratio alters reciprocally the plasma levels of testosterone and cortisol and their respective binding globulins in man. In: Life sciences 40 (18), S. 1761–1768.

[7] Nahata, A.; Dixit, V. K. (2014): Evaluation of 5α-reductase inhibitory activity of certain herbs useful as antiandrogens. In: Andrologia 46 (6), S. 592–601. DOI: 10.1111/and.12115.

[8] Med Sci Sports Exerc, 2008 Feb; 40(2): 223�233, „Effect of Exercise on Serum Sex Hormones in Men: A 12-Month Randomized Clinical Trial“

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