Im Internet findet momentan ein besonderes Phänomen immer mehr Beachtung.

Und zwar das des Soyboys. Wir nehmen das mal zum Anlass, um ein kontroverses Nahrungsmittel unter die Lupe zu nehmen: Soja.

Für diejenigen, die das Meme nicht kennen: Soyboy bezeichnet den Stereotyp eines Mannes, der reichlich Sojaprodukte konsumiert (und die Neigung hat, sich dabei zu fotografieren) und der eine feminine Erscheinung und Ausstrahlung hat. Wenn der Begriff im politischen Diskurs in den Ring geworfen wird, dann umfasst er noch seine Tendenz zu mehr oder weniger linksextremen Ansichten.

Seine Berühmtheit hat der Soyboy-Stereotyp durch die „Try Guys“ erlangt.

Das sind vier Jungs, die die berüchtigten BuzzFeed-Videos produzieren. In einer Folge haben sie ihre Testosteronwerte bestimmen lassen… mit folgendem Ergebnis:

soyboyWir können also festhalten: Ihr Testosteron ist niedriger als der durchschnittliche Testosteronspiegel von Männern, die zwischen 85-100 Jahre alt sind! … Die Try Guys sind zwischen 27-30.

Niedriges Testosteron ist die Folge einer „fehlenden oder verminderten Aktivität der Hoden“, ein Zustand, der in der Medizin Hypogandismus genannt wird.[1]

Das führt zu erektiler Dysfunktion, Unfruchtbarkeit, Verlust der Libido, Gewichtszunahme, Schwäche, Depressionen und einem launischen Charakter.

Wir sehen also ein dramatisch schlechtes Ergebnis, dass die Schlussfolgerung nahelegt, dass bestimmte äußere Einflüsse daran beteiligt waren. Denn Männer in dem Alter haben normalerweise Testosteronwerte, die 60%-70% höher sind!

Das feminine Gebaren der Soyboys wird dementsprechend traditionell auf einen niedrigen Testosteronspiegel zurückgeführt, für den Soja als der Hauptverantwortliche ausgemacht wurde. Und das kommt nicht von ungefähr.

Soja und Testosteron

Zuerst einmal kann man in unseren Breitengraden bei dem, was unter dem Decknamen Soja verkauft wird, kaum noch von echtem Soja sprechen, da ein Großteil der hier käuflichen Sojaprodukte gentechnisch modifiziert wurden. Eine beliebte Variante dieser Pflanze sondert ihr eigenes Insektengift ab, um Schädlinge zu töten![2] Willkommen in der Zukunft.

Soja 5.0

Die verheerendste Wirkung von Soja auf den Testosteronspiegel entsteht allerdings durch die Phytoöstrogene, die darin enthalten sind. Das sind pflanzliche Östrogene, die dem natürlichen Östrogen sehr ähnlich sind und dementsprechend wird ihnen nachsagt, dass sie auch ähnliche Auswirkungen im Körper haben.

Zur Erinnerung: Östrogene sind die weiblichen Sexualhormone. Ich muss nicht erwähnen, dass es für Männer kontraproduktiv ist, unnatürlich hohe Mengen davon im Körper zu haben… Also solange du nicht am Verlust deiner Muskelmasse, an emotionaler Instabilität, sexueller Dysfunktion und Männerbrüsten interessiert bist.[3]

Östrogen und Testosteron sind Gegenspieler, deshalb sind hohe Östrogenwerte ein direkter Weg zu niedrigem Testosteron.

  • 2004 fand ein Forscherteam um Trent D. Lund heraus, dass ein in Soja enthaltenes Isoflavonid namens Equol dazu in der Lage ist, die Aktivität von Dihydrotestosteron (DHT) fast vollständig zu unterbinden. (DHT=Testosteron x5)[4]
  • Eine Studie von 2011 beobachtete einen 19 Jahre alten Mann, der eine Soja-basierte Ernährung begann. Im Laufe der Studie verlor er sein Interesse an Sex und litt an erektiler Dysfunktion. Testosteron und DHT fielen bedenklich. 1 Jahr nachdem er die Diät beendete, erholten sich seine erektile und hormonelle Gesundheit vollständig.[5]
  • Eine Studie von 2013 stellte fest, dass Sojaprotein im Anschluss an das Training den Testosteronspiegel senkt.
  • 2008 wurden 99 unfruchtbare Männer untersucht und diejenigen, die am meisten Soja aßen, hatten die niedrigste Spermienzahl.[6]
  • Zwei Studien zeigen, dass männliche Ratten, die schon im Mutterbauch viel Soja ausgesetzt waren, Probleme hatten ihre Geschlechtsorgane zu entwickeln.[7]
  • Forscher fanden 2005 heraus, dass Soja-Protein Testosteron und DHT in jungen Männern senkt.[8]

Aber Phytoöstrogene sind nicht der einzige Testosteronkiller in Soja

Soja blockiert außerdem die Aufnahme von Jod in der Schilddrüse, was zu einer ganzen Reihe von Stoffwechselschwierigkeiten führt: Niedrigere Körpertemperatur, weniger Energie, schlechtere Hormonsynthese …[9]

Und dann kommt noch dazu, dass Soja reich an mehrfach-ungesättigten Fettsäuren ist. Diese Fettsäuren haben eine sehr instabile, chemische Struktur, die anfällig ist für Wärme, Licht und Sauerstoff. Das führt dazu, dass sie im Körper sprichwörtlich ranzig werden und dadurch freie Radikale und oxidativen Stress erzeugen.[10]

Das ist der Grund warum diese Art von Fettsäuren den Testosteronspiegel senkt.[11]

Soja ist überall!

Umso erschreckender ist, dass Soja nicht nur in den notorischen Soja-Latte-Macchiatos, Tofu und Sojasaucen enthalten ist, sondern auch in zahlreichen verarbeiteten Produkten versteckt ist, in denen man es sonst nicht vermutet.

Schau dir mal die Inhaltsstoffe an und du wirst feststellen, dass öfter als dir lieb ist, Sojaöl beigemischt wurde. Außerdem befindet sich Soja-Lecithin, als beliebtester Emulgator, in industriell hergestellten Lebensmitteln und auch in vielen Nahrungsergänzungsmitteln.

Bleibt noch das Mysterium, warum Soja trotz allem so beliebt ist. Eine mögliche Erklärung:

Soja ist nicht nur extrem günstig, sondern wird auch von der mächtigen Soja-Lobby hochgejubelt. Die schreckt nicht davor zurück Forscher einzuschüchtern, die ihre Methoden kritisieren, oder Studien zu finanzieren, die anschließend überraschenderweise feststellen, dass Soja doch eigentlich gar nicht so schlecht ist.[12]

In den USA sind 93% genmanipuliert[13] und trotz EU-Reglement enthalten in Deutschland Soja-Importe zu 80% Gentechnik[14], was diese „Nahrungsmittel“ extrem billig in der Herstellung und Verarbeitung macht.

Also kommen wir zur Frage, was man dagegen tun kann.

Der Soyboy-Testosteron-Guide

Punkt 1: Hör auf Soja zu kaufen und alles worin es sich versteckt. (Kuhmilch ist leider auch nicht besser als Sojamilch, da sie randvoll ist mit Hormonen. Was verständlich ist, da sie von Mutternatur dazu vorgesehen ist, aus einem neugeborenen Kälbchen ein 500-800kg schweres Rind zu machen.)

Damit fällt der Latte-Macchiato weg. Alternativ versuch‘s mit schwarzem Kaffee. Der steigert Testosteron.[15]

Sobald Soja vom Speiseplan gestrichen wurde, ist die Handbremse für die Testosteronproduktion schonmal gelöst.

Im nächsten Schritt können einige Maßnahmen ergriffen werden, um den Motor wieder in Gang zu setzen.

Der wichtigste Faktor ist die Ernährung. So gut wie jeder Mann mit niedrigem Testosteron hat auch eine schlechte Ernährung. Nicht nur wegen Soja. Sie essen wenig Fett, wenig Protein und viele Kohlehydrate.

Um Testosteron zu produzieren brauchst du Fett. Und nicht die schädlichen mehrfach-ungesättigten Fettsäuren, sondern gesättigte. Für die, die noch glauben gesättigte Fettsäuren wären schlecht, gibt’s hier mehr dazu. Das Gegenteil trifft zu. Sie sind absolut essenziell für eine starke Testosteronproduktion, also setze Butter, Kokosnussöl und Bio-Eier auf deine Einkaufsliste.

Esse außerdem nach der folgenden Regel: Je natürlicher und unverarbeiteter ein Produkt, desto besser. Wir haben ja gesehen, was passiert, wenn Produkte verarbeitet oder genmanipuliert werden…

Nächster Punkt ist Sport: Krafttraining mit schweren Gewichten und Ganzkörperübungen wie Squats, Kreuzheben, Bankdrücken, Dips und Klimmzüge steigern die T-Produktion. 3x die Woche mit 3 Sätzen pro Übung und 6-8 Wiederholungen.

Setze dich weniger Stress aus und schlafe in einem dunklen, kühlen Raum. Dein Testosteron wird vor allem im Tiefschlaf produziert. Stelle sicher, dass genug davon bekommst.

Noch mehr Tipps findest du auf dieser Webseite.

 

P.S. Die Legende besagt, Zwiebeln helfen auch.

 

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Hypogonadismus

[2] http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gentechnik-in-lebensmitteln-wie-eine-lobby-die-kontrollbehoerden-unterwandert-1.1366416

[3] https://universityhealthnews.com/daily/nutrition/8-surprising-high-estrogen-symptoms-in-men/

[4] Lund, Trent D.; Munson, Daniel J.; Haldy, Megan E.; Setchell, Kenneth D. R.; Lephart, Edwin D.; Handa, Robert J. (2004): Equol is a novel anti-androgen that inhibits prostate growth and hormone feedback. In: Biology of reproduction 70 (4), S. 1188–1195. DOI: 10.1095/biolreprod.103.023713.

[5] Siepmann, Timo; Roofeh, Joseph; Kiefer, Florian W.; Edelson, David G. (2011): Hypogonadism and erectile dysfunction associated with soy product consumption. In: Nutrition (Burbank, Los Angeles County, Calif.) 27 (7-8), S. 859–862. DOI: 10.1016/j.nut.2010.10.018.

[6] Chavarro, Jorge E.; Toth, Thomas L.; Sadio, Sonita M.; Hauser, Russ (2008): Soy food and isoflavone intake in relation to semen quality parameters among men from an infertility clinic. In: Human reproduction (Oxford, England) 23 (11), S. 2584–2590. DOI: 10.1093/humrep/den243.

[7] Flynn, K. M.; Ferguson, S. A.; Delclos, K. B.; Newbold, R. R. (2000): Effects of genistein exposure on sexually dimorphic behaviors in rats. In: Toxicological sciences : an official journal of the Society of Toxicology 55 (2), S. 311–319. // Levy, J. R.; Faber, K. A.; Ayyash, L.; Hughes, C. L. (1995): The effect of prenatal exposure to the phytoestrogen genistein on sexual differentiation in rats. In: Proceedings of the Society for Experimental Biology and Medicine. Society for Experimental Biology and Medicine (New York, N.Y.) 208 (1), S. 60–66.

[8] Dillingham, Barbara L.; McVeigh, Brianne L.; Lampe, Johanna W.; Duncan, Alison M. (2005): Soy protein isolates of varying isoflavone content exert minor effects on serum reproductive hormones in healthy young men. In: The Journal of nutrition 135 (3), S. 584–591.

[9] Vanderpas, Jean (2006): Nutritional epidemiology and thyroid hormone metabolism. In: Annual review of nutrition 26, S. 293–322. DOI: 10.1146/annurev.nutr.26.010506.103810.

[10] https://de.wikipedia.org/wiki/Lipidperoxidation

[11] Mylonas, C.; Kouretas, D. (1999): Lipid peroxidation and tissue damage. In: In vivo (Athens, Greece) 13 (3), S. 295–309.

[12] http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gentechnik-in-lebensmitteln-wie-eine-lobby-die-kontrollbehoerden-unterwandert-1.1366416

https://lobbypedia.de/wiki/Monsanto#Deutschland

https://theecologist.org/2010/nov/24/revealed-glyphosate-research-gm-soy-lobby-doesnt-want-you-read

[13] https://www.ers.usda.gov/data-products/adoption-of-genetically-engineered-crops-in-the-us/recent-trends-in-ge-adoption.aspx

[14] http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/genmanipuliertes-soja/

[15] Cook, Christian; Beaven, C. Martyn; Kilduff, Liam P.; Drawer, Scott (2012): Acute caffeine ingestion’s increase of voluntarily chosen resistance-training load after limited sleep. In: International journal of sport nutrition and exercise metabolism 22 (3), S. 157–164.

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