Dieser Artikel wird unangenehm.

Ich werde dir keine Motivationsrede halten, die dir für 2 Stunden ein gutes Gefühl gibt… und danach ist wieder alles beim Alten.

Du fühlst dich müde und antriebslos, doch die Wahrheit ist: Das ist nicht normal. Dein Körper ist von Natur aus eine Hochleistungsmaschine und alles in dir ist darauf ausgelegt, dass du den ganzen Tag aktiv sein kannst.

Chronische Energie- und Antriebslosigkeit ist eins der großen Probleme unserer Zeit… und vor allem Männer sind davon betroffen.

Das Missverständnis ist, dass ständige Müdigkeit und Motivationsmangel nur mit Medikamenten behandelt werden können.

Doch das löst nicht das Problem. Es ist keine langfristige Lösung, sondern nur ein kurzfristiges Pflaster. Auf die Dauer machen die meisten Medikamente das Problem sogar noch schlimmer.

Solange deine Antriebslosigkeit nicht auf eine ernsthafte Krankheit zurückzuführen ist, gibt es nur eine Lösung, die wirklich langfristig einen Unterschied macht: Der Ursache auf den Grund gehen.

In diesem Artikel schauen wir uns verschiedene Ursachen an und wie du sie bekämpfst.

Los gehts:

1. Stress raubt dir deinen Antrieb

Stress ist ein Energievampir.

Ich weiß, damit verrate ich dir keine spektakuläre Neuigkeit. Jeder weiß mittlerweile, dass chronischer Stress schädlich ist und dass wir alle zu viel davon haben.

Hans Selye, der Begründer der modernen Stressforschung, sagte schon in den 60er Jahren:

„Stress in health and disease is medically, sociologically, and philosophically the most meaningful subject for humanity that I can think of.“

Doch wenn ich hier von Stress rede, dann meine ich nicht nur den bekannten Stress durch Arbeit, anstrengende Beziehungen oder Nachrichtensendungen.

Stresshormone wie Cortisol können auch durch falsche Ernährung oder schlechtes Training gesteigert werden und so eine Stressreaktion hervorrufen.

Kurzes Beispiel: Kennst du das, wenn du morgens aufwachst und scheinbar grundlos gereizt, aggressiv und gestresst bist? Mir passiert das vor allem nach Tagen, an denen ich viel Mist gegessen habe. Ich spüre, dass es wortwörtlich in mir rumort. Ich habe kaum Widerstandsfähigkeit gegen äußeren Stress, weil ich durch meine Ernährung schon so viel inneren Stress verursacht habe.

Und das ist nicht metaphorisch gemeint. Denn eine schlechte Ernährung kann Stresshormone (u.a. Cortisol) steigern.

Die Kombination aus schlechter Ernährung und Stress im Leben sorgt dafür, dass Cortisol chronisch erhöht ist. Das unterdrückt nicht nur Testosteron und Dopamin, sondern raubt auch jede Antriebsfähigkeit und Motivation.

Was kannst du tun, um deinen Stress zu senken?

Du musst proaktiv vorgehen, um deinen Stress in den Griff zu bekommen.
Denn es ist ein Kampf an mehreren Fronten.

Nahrungsergänzungsmittel können ähnlich zu Medikamenten eine kurzfristige Linderung verschaffen, aber sie sind keine dauerhafte Lösung. Adaptogene wie Ashwagandha helfen deinem Körper beispielsweise besser mit Stress umzugehen.

Aber letztendlich führt kein Weg darum herum, deinen Lifestyle so zu verändern, dass Stress ein kleinerer Faktor ist, bzw. dass Stresshormone langfristig gesenkt werden.

Und das gelingt dir mit diesen Tipps:

  1. Genug essen: Ein Kaloriendefizit bringt deinen Körper in einen Stresszustand. Denn ihm steht weniger Energie durch die Nahrung zur Verfügung, als er verbraucht. Das bedeutet, er muss auf eigene Reserven zugreifen. Zum Abnehmen ist das super. Und wenn dein Körperfettanteil größer als 15% ist, dann ist das auch sinnvoll. Aber davon abgesehen ist ein Defizit kontraproduktiv. Du willst mehr Energie haben? Gib deinem Körper mehr Energie!
  2. Vermeide mehrfach ungesättigte Fettsäuren: Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind unstabil und oxidieren schnell im Körper. Dadurch sorgen sie für Schaden an den Zellen und behindern deine Energieproduktion. (a.k.a deinen Stoffwechsel) Vermeide Sojaöl, Sonnenblumenöl, Margarine, Rapslöl, Distelöl und dergleichen.
  3. Stress senken und Energie tanken im Schlaf: Braucht keine längere Erklärung. Wenn du zu wenig schläfst, dann nutzen dir auch alle anderen Tipps nichts. Denn im Schlaf erholt sich dein Körper. Wie du deine Schlafqualität verbesserst, erfährst du hier:
  4. Iss‘ mehr Kohlenhydrate: Gerade einfache Kohlenhydrate können schnell deine Cortisolwerte senken. Eine Studie aus Deutschland fand heraus, dass das sogar die Erklärung dafür ist, warum Zucker „süchtig macht“. Das Wohlgefühl nach dem Konsum entsteht auch dadurch, dass Stresshormone runtergefahren werden. Scheue dich also nicht vor einer extra Portion Obst oder Honig. (Quelle)
  5. Vitamin C unterdrückt Cortisol: Vitamin C senkt sowohl die physischen, als auch die psychologischen Effekte von Stress. Eine Dosis von 1.000mg reicht, um Stresshormone drastisch runterzufahren. (Quelle)
  6. Sonnenlicht (am Morgen): Unsere innere Uhr richtet sich nach dem Licht. Über die Wintermonate klagen die Menschen scharenweise über Energielosigkeit und „Winderdepressionen“. Und das liegt daran, dass sie mit weniger natürlichem Licht in Konrakt kommen. Andersrum geht es uns am besten, wenn wir im Urlaub an einem sonnigen Ort sind. Gerade am Morgen hilft dir Sonnenlicht in die Gänge zu kommen und mehr Energie und Motivation für den Tag aufzubauen. Ich weiß, in unseren Breitegraden ist das nicht immer ganz so einfach. An schattigen Tagen kannst du dich für 10-20 Minuten mit einer Halogen-Lampe bestrahlen lassen, um eine ähnliche Wirkung zu erzielen.
  7. Ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralien: Gerade eine Mangelversorgung mit Magnesium oder Zink macht sich schnell dadurch bemerkbar, dass die Stresshormone steigen.

2. Hast du dein „Antriebssystem“ zerstört?

Du wurdest mit einem ausgereiften System geboren, das dafür sorgt, dass du motiviert bist zu lernen und zu wachsen.

Bei kleinen Kindern sehen wir, wie wunderbar dieses System funktioniert:

Jeder Tag ist aufregend.
Sie saugen alles um sie rum auf, wie ein Schwamm.
Sie sind neugierig und fragen immer nach dem Warum.
Sie wollen mehr wissen und mehr lernen.

Wie kommt es, dass wir diese natürliche Neugierde, sprühende Lebenslust und Lernbereitschaft mehr und mehr verlernen, je älter wir werden?

Dafür müssen wir uns das „Motivationssystem“ etwas genauer anschauen: Eins ist klar, der ganze Prozess der Motivation ist unfassbar kompliziert… aber eine entscheidende Rolle spielt der Neurotransmitter Dopamin.

Dopamin ist NICHT dein „Belohnungshormon“. Dopamin sorgt für die Motivation, die Belohnung zu erreichen.
Ohne Dopamin haben wir keine Lust auf gar nichts.

Ratten, denen Dopamin entzogen wird, verlieren sogar den Antrieb zu fressen… selbst, wenn Nahrung nur einige Schritte entfernt liegt. Und sie verhungern.

Wo ist jetzt die Verbindung zu deiner chronischen Müdigkeit?

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du dich selbst in einen Zustand des Dopaminmangels oder der Dopaminresistenz befördert hast.

Denn ein Grund, warum wir nicht mehr die gleiche Neugierde und den gleichen Enthusiasmus haben wie Kinder, ist, dass wir früh beginnen, unser Gehirn durch unnatürliche Stimuli mit Dopamin zu fluten.

Endloses Surfen im Internet
Pornos.
Videospiele.
Social Media.
Fast Food.
Softdrinks.
Alkohol.
Drogen.

Alles diese Dinge sind so „belohnend“, dass sie das Gehirn mit Dopamin überschütten. Du willst mehr davon. Und natürliche Stimuli verlieren ihren Reiz.

Was ist Kartoffel mit Ei im Vergleich zu einem Big Mac?
Was ist ein Bürojob im Vergleich zu der übertrieben belohnenden Realität eines Computerspiels?

Versteh‘ mich nicht falsch. Social Media, Videospiele, ein Drink hier und da, oder Surfen sind nicht in sich schlecht.
Was sie verheerend macht, ist, dass sie schnell zur Sucht werden.
Erst, wenn wir uns in diese Aktivitäten versenken, entsteht der Schaden.

Denn sie halten Belohnungen für uns bereit, die weit über die Belohnungen hinausgehen, die wir im alltäglichen Leben finden.
Dadurch erscheint uns der Alltag monoton und langweilig.

Wir verlieren den Antrieb.

Prüfe für dich selbst, wo du dich mit unnatürlichen Stimuli überlädst. Vielleicht aus Langeweile, vielleicht, um ein schlechtes Gefühl loszuwerden, vielleicht, weil du es so „gewohnt“ bist.
Das reicht vom ständigen Schauen auf das Telefon, über das tägliche Glas Wein, bis hin zum Zocken.

Wie du diese Dopaminkiller loswirst und stattdessen Gewohnheiten lernst, die deinen Antrieb unterstützen, erfährst du hier.

3. Testosteron sorgt für Energie und Motivation

Keine Überraschung.
Testosteron ist das Hormon, das dich zum Mann macht und es ist auch ganz entscheidend daran beteiligt, dir den nötigen Antrieb zu verpassen.

Niedrige Testosteronwerte korrelieren mit wenig Energie und Motivationslosigkeit.

Wie du deinen Testosteronspiegel steigerst, erfährst du im Detail in den anderen Artikeln.

Und falls du eine konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung suchst, die perfekt auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist, dann klicke hier.

4. Müdigkeit im Blut?

Bestimmte Ursachen für Antriebslosigkeit und Müdigkeit lassen sich durch eine Blutuntersuchung ergründen… und anschließend schnell beheben.

Hier sind 4 Tests, die du in Erwägung ziehen kannst, wenn du das nächste mal beim Arzt bist:

Schilddrüsenhormone

Die erste Anlaufstelle für chronische Müdigkeit, ist der Stoffwechsel und damit verbunden die Schilddrüse.
Die Messung deiner Schilddrüsenhormone kann dir Auskunft darüber geben, wie gut dein Stoffwechsel funktioniert.

Eisen

Zu viel und zu wenig Eisen können beide dazu führen, dass du müde und antriebslos bist.
Eisenmangel ist eine übliche Ursache für Müdigkeit und ein Test wird deshalb auch regelmäßig durchgeführt. Zu viel Eisen bekommt allerdings wenig Beachtung.
Eisenüberschuss sorgt dafür, dass sich Eisen im Gewebe sammelt und es kann im Körper „rosten“. Dadurch wird der Alterungsprozess beschleunigt und das Risiko für zahlreiche Krankheiten steigt.

Untersuche deine Virus-Werte

Jeder trägt den ein oder anderen Virus mit sich rum, aber das muss nicht bedeuten, dass sie Probleme verursachen.

Ein Virus ist hartnäckig, aber ein gesundes Immunsystem hält sie in der Regel in Schach. Es kann dauern, bis er sich bemerkbar macht. Erst, wenn dein Immunsystem geschwächt ist, durch zu viel Stress, Impfungen, oder eine OP, wird er aktiviert.

Und das sorgt utner anderem für Erschöpfung.
Dein Arzt weiß wahrscheinlich genau, wonach er bei dir Ausschau halten muss, aber das hier sind einige typische Viren, die sich auf deine Energie auswirken können:

  • Herpes simplex Typ 1 und Typ 2
  • Herpesvirus Typ 6
  • Varicella-Zoster (Hühnergrippe)
  • Epstein-Barr-Virus
  • Cytomegalovirus

Nahrungsmittelunverträglichenkeiten

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann zu trockener, juckender Haut, Blähungen, Erschöpfung, Gelenkschmerzen und Migräne führen.

Deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Lebensmittel du nicht vertägst.

Glückllicherweise lässt sich beim Arzt sehr einfach und schmerzfrei bestimmen, wogegen du allergisch bist.

5. Bist du auf einer Mission?

Und zu guter Letzt noch ein psychologischer Faktor, der gerade für Männer ganz entscheidend ist: Du brauchst eine Mission.

“Without a conscious life purpose a man is totally lost, drifting, adapting to events rather than creating events. Without knowing his life purpose a man lives a weakened, impotent existence…”
– David Deida

Entweder du kennst deine eigenen Ziele und verfolgst sie, oder jemand anderes nutzt dich, um seine Ziele zu verfolgen.

Viele Männer fühlen sich antriebslos, weil sie spüren, dass etwas in ihrem Leben fehlt.
Etwas ganz Entscheidendes.

Sie haben Schwierigkeiten morgens aufzustehen, weil sie keinen tieferen Sinn darin sehen.

Ihnen fehlt eine Mission.

Die schwierigere Frage ist: Wie findest du deine Mission?

Schritt 1: Du findest deine Mission nicht

Du gehst falschherum an die Sache ran.
Du denkst, dass du diese eine Sache finden musst, die du tun kannst, um dich besser zu fühlen.

Aber tatsächlich geht es nicht um eine konkrete Handlung, sondern um ein Gefühl dahinter.

Wenn wir über deine Mission und Ziele sprechen, hast du dich schonmal gefragt Warum will ich das? Wieso ist mir das wichtig?

In den meisten Fällen ist die Antwort mit einem Gefühl verknüpft. Du willst ein bestimmtes Ergebnis, weil du dich anders fühlen möchtest.

Deine Mission ist also nicht nur etwas, was du tust, sondern auch ein Gefühl.

Und bevor du sie bestimmen kannst, musst du auch bestimmen, was du fühlen willst.

Wenn dich nichts davon zurückhalten könnte, das Leben zu leben, dass du aus tiefstem Herzen leben willst, wie würde das aussehen?

Stell dir für einen Moment deine höchste, stärkste, Gott-König-Version deiner Selbst vor.

Wer ist er? Was fühlt er? Was für Werte hat er? Wie lebt er sein Leben? Nach welchen Idealen lebt er? Welche Vision hat er?

Diese Antworten bringen dich ein riesiges Stück näher zu deiner Mission.
Wenn du dich mit deiner höchsten Version verbindest, passiert Großartiges.

Suche nicht nur nach oberflächlichen Zielen, sondern finde heraus, welche Werte dich antreiben.

Schritt 2: Weg von der Mission, hin zu Prioritäten

Nimm den Druck von dir, dass du deine magische Bestimmung finden musst.
Es reicht zu wissen, welche Dinge, die du tust, dir wichtig sind und welche unwichtig.

Das, was dir wichtig ist, gibt deinem Leben Bedeutung.

Mark Manson fasst es wunderbar zusammen:

Wenn Menschen sagen, „Was soll ich mit meinem Leben anfagen?“ oder „Was ist mein Lebensziel?“, frage sie eigentlich: „Was kann ich mit meiner Zeit anfangen, das wichtig ist?“

Diese Frage macht es dir wesentlich leichter einen Startpunkt zu finden.

Schritt 3: Deine Mission ist kein Endziel

Irgendein weiser Mann hat mal gesagt:
„Es geht nicht um das Ziel – es geht um die Reise.“

Und er hatte sehr Recht damit.

Deine Mission ist kein Ort, an dem du am Ende deiner Reise stehst und sagst „Ich bin angekommen“.

Was zählt, sind die vielen kleinen Schritte.

Und dass du jeden dieser Schritte auskostest.

Anstatt diese riesigen Ziele anzuvisieren und zwischen den unendlich vielen Möglichkeiten verloren zu gehen, überlege dir den nächsten kleinen Schritt.

Natürlich ist es wichtig zu wissen, wo du hin willst, dafür haben wir die Übung gerade gemacht. Aber danach geht es darum loszugehen.

Durch die täglichen kleinen Handlungen, die dich in die Richtung bringen, in die du willst, baust du Momentum auf. Und du hast das Gefühl, dass du etwas Bedeutungsvolles tust!

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